|
|
|
Ticketempfehlungen:
Tanz der Vampire Stuttgart
König der Löwen Hamburg
Wicked Oberhausen
We Will Rock You Stuttgart
Tarzan Hamburg
Musical Noten
Buddy Holly Musical
|
Jonathan Larson
Autor von RENT
Von Charlotte Fischer
Im Grunde ist es eine traurige Geschichte.
Ein Autor und Komponist schreibt ein tolles Musical und schickt es an den off-Broadway, der es dankend annimmt und beginnt die Premiere zu planen.
Einige Tage vor der geplanten Aufführung begibt sich besagter Autor und Komponist in die St. Vincent Klink in New York. Er wird von Brustschmerzen geplagt und macht sich Sorgen.
Die Ärzte stellen nichts Konkretes fest und führen es auf den Stress der Premiere zurück. Vielleicht hat der Mann auch eine Grippe. Die Herzattacke diagnostizieren sie nicht.
Am Tag der Premiere seines Stückes Rent stirbt Jonathan Larson an einem Aortenaneuyrisma.
Diese Tragödie zeichnet das Ende eines großartigen Komponisten und Autors der sich in seinen Stücken stets gesellschaftskritisch und offen zeigte.
Geboren wurde Larson am 4. Februar 1960 in Westchester County.
Schon früh zeigte sich, dass er eine stark ausgeprägte künstlerische Ader hatte. Besonders die Musik hatte es ihm angetan. Er spielte Trompete und Tuba, sang im Schulchor und nahm Klavierunterricht. In der High School spielte er außerdem im Schultheater einige Hauptrollen.
An der Adelphi University in new York erhielt Larson ein vierjähriges Stipendium. Zeitgleich spielte er in mehreren kleine Theaterproduktionen mit und begann mit dem Komponieren von Musik. Diese bekamen allerdings zunächst nur seine Studienkollegen zu Gesicht oder vielmehr zu Ohr.
Es folgten schließlich ganze Stück für Studentenaufführungen, inspiriert von Larsons Mentor Jacques Burdick.
Larson machte seinen Abschluss als Bachelor der "Schönen Künste" und ging als Pianist nach Michigan. Genauer gesagt ans Barn Theatre in Augusta. Das hatte zur Folge, dass er einer Vereinigung der amerikanischen Künste(allen voran natürlich das Theater) beitrat.
Es folgte eine recht trostlose Zeit für Larson. Er jobbte als Kellner in einem New Yorker Diner und lebte mit mehreren Mitbewohnern in einem billigen Loft in Lower Manhattan. Geld hatten sie kaum. Unter der Woche machte er sich wie verrückt ans Komponieren.
Eines Wochenendes traf er dann auf Jesse L. Martin, der später die Erstbesetzung des Tom Collins in Rent übernehmen sollte.
Doch bevor er Rent überhaupt fertigstellte, produzierte Larson noch einiges anderes an Arbeiten. Bereits an der Adelphie University verfasste er gemeinsam mit David G. Armstrong ein Musical. "Saved! An Immoral Musical on the Moral Majorirty" wurde in einem kleinen Theater der 42ten Straße in New York aufgeführt und brachte seinen Autoren einen Preis der ASCAP ein.
Zwischen 1983 und 1990 versuchte Larson, ein Musical zu dem Roman "Nineteen Eighty-Four" von George Orwell zu verfassen. Doch der Schriftsteller verbot die direkte Verwendung seines Werkes. Trotzdem gewann Larson mit "Superbia" den Richard-Rodgers-Produktionspreis und den Richard-Rodgers-Development-Grant.
Dennoch wurde Superbia nie komplett aufgefürht, was Larson schwer traf.
1991 kam "Boho Days" heraus, ursprünglich als "30/90" betitelt. Larson beschrieb sein Stück als Rock Monolog. Heute ist das Stück, welches nur für ein Piano und eine Rockband verfasst wurde unter dem Titel "tick,tick...BOOM!" bekannt.
Hauptsächlich entsanden ist dieses Stück wohl aufgrund von Larsons Enttäuschung zu den Entwicklungen um Superbia. Tick,tick...BOOM! Wurde in mehreren Theatern aufgeführt und lenkte die Aufmerksamkeit größerer Produzenten auf Larson.
Kurze Zeit später wurde Larso der Stephen-Sondheim-Preis verliehen.
Larson schrieb noch einiges anderes an Musik, unter anderem auch für die amerikanische Sesamstraße, doch Rent ist bis heute das populärste Stück eines begnadeten Künstlers. Das tragische Ende Larsons hat vielleicht mit für den Erfolg des Musicals gesorgt, das seit April 1996 ununterbrochen am Broadway läuft, doch das nimmt keines Falls die Qualität der Musik, die Larson Zeit seines Lebens produzierte. Sei das nun Musicalmusik oder der Soundtrack zu Kindersendungen.
Mit Hilfe eines Aneuyrismas hat die Welt einen großen Musiker verloren, den wir hoffentlich nicht allzu bald vergessen werden. Behalten wir ihn in Gedanken und wenn es nur für die wenigen Momente ist, die wir am Broadway in seiner Musik versinken.
Copyright Bilder: Wikipedia
|
|
|
|
|