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Das Phantom der Oper

Vergleich zwischen dem Musical und dem Film im besonderen Hinblick auf die Musik

Von Mirja Strobl

Das Erste, was einem wahrscheinlich im Hinblick auf die Musik auffällt ist, dass der Film mehr Lieder beinhaltet, als die CD der Bühnenversion.
Zwar fehlen auf der Songlist des Filmes, die man gut mit der CD des Musicals vergleichen könnte, die Lieder „Hannibal“, „Briefe vom Phantom“ sowie das Ballett aus „Il Muto“, dennoch sind auf ihr, im Gegensatz zur CD, z.B. viele Reprisen von „Engel der Muse“ zu hören. Auch befindet sich auf der Songlist des Filmes ein Reprise vom „Phantom der Oper“ - „Warum so weit hinauf“ - welches auf der CD nicht zu finden ist.
Der Song „Spürt diesen Mörder auf“ ersetzt im Film das auf der CD vorhandene Lied „Das unterirdische Labyrinth“. Im Großen und ganze sind die beiden Lieder identisch, nur im Film beginnt es etwas anders.
Aufgrund der Synchronisation ins Deutsche, mussten die Texte etwas abgewandelt werden, da es sonst mit den Lippenbewegungen der Darsteller nicht mehr übereingestanden hätte. Ich denke so etwas kann man aber leicht verzeihen.
Wichtig zu erwähnen ist sicherlich, dass Andrew Lloyd Webber extra für den Film ein neues Lied komponierte: „Learn to be lonley“, gesungen von Minnie Driver (sie spielt die Carlotta), ist im Abspann zu hören. In meinen Ohren auch wieder etwas Großartiges aus der Hand Webbers.

Die Umsetzung des Musicals in einen Film ist, so wie ich finde, sehr gut gelungen. Das mag vielleicht daran liegen, dass Webber an der Verfilmung selbst mitgearbeitet hat.
Sicherlich gibt es den Einen oder Anderen Unterschied zwischen Musical und Film, aber ich denke, das kann man verzeihen.
So ist im Unterbau der Oper („Phantom der Oper“) das Pferd zu sehen, welches im Roman von Gaston Leroux eine große Rolle spielt. Dies konnte im Musical aufgrund der Bühnenverhältnisse natürlich nicht umgesetzt werden. Trotzdem von mir an dieser Stelle ein Pluspunkt für die Verfilmung.

Auch die Auswahl der Darsteller wurde, wie ich finde, recht gut getroffen. Alle fühlten sich sehr gut in ihre Rolle ein und agierten großartig.
Die Rolle der Christine Daaé kam mit der unscheinbar wirkenden Emmy Rossum, die wirklich noch wie ein junges Mädchen wirkte, sehr gut rüber. Auch stimmlich überzeugte mich hier die deutsche Synchronstimme, Jana Werner. Sie klingt jung, an manchen Stellen fast schon kindlich und bringt eine gewisse Naivität zum Vorschein. Im Gegensatz zu Anna-Maria Kaufmann, die auf der CD als Christine zu hören ist. Man hört, dass sie eine ausgebildete Stimme hat und doch recht erwachsen klingt.
Bei der Rollenverteilung des Phantoms bin ich mir ziemlich unschlüssig. In der Verfilmung verkörpert Gerard Butler das Phantom der Oper. Ein, wie ich finde, attraktiver Mann, der ohne Zweifel anziehend auf Christine wirkt. Auf den ersten Blick wahrscheinlich eine gute Wahl. Beachte man aber, dass das Phantom doch um einige Jahre älter ist, als Christine Daaé, könnte man vielleicht doch daran zweifeln. Ganz abgesehen davon beschreibt Gaston Leroux das Phantom als hässlich und abartig mit eingefallenem Gesicht (da wir hier aber von einer Musicalverfilmung reden, bleibt das erst einmal außen vor). Stimmlich vergebe ich meinen Punkt ohne Frage an Peter Hofmann. Bei ihm merkt man die Lebenserfahrung in der Stimme. Ein großartiger Sänger, der nicht nur Christine verzaubert.
Bei der deutschen Synchronstimme hat man sich meiner Meinung nach einen kleinen Fehltritt geleistet. Nicht, dass Uwe Kröger kein guter Sänger ist, aber das Phantom der Oper ist ein „Genie“ und wie schon erwähnt ein großartiger Sänger, der eine gewisse Reife (auch in seiner Stimme) ausstrahlt. Dafür reicht Uwe Krögers Stimme in meinen Augen nicht aus. Sie klingt, wie ich finde, etwas zu schwach.
An Raoul habe ich einfach nichts auszusetzen. Stimmlich wie auch schauspielerisch liegen Film und Musical bei mir gleichauf. Patrick Wilson ist ein junger und gutaussehender Mann, der Christines Alter entspricht. Auch in der Stimme kommt bei Hartwig Rudolz und Carsten Lepper die Fürsorglichkeit, der Beschützerinstinkt aber auch das Jungenhafte hervor.
Alles in Allem ist Joel Schumacher hier eine sehr gute Musical- (wenn auch nicht Roman-) verfilmung gelungen.
Auf alle Fälle sehenswert!