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Das Phantom der Oper

Essen, 24.Mai 2006

Von Kitti

Heute war also endlich so weit, die Karte wartete schon seit März im Schrank und der Besuch war seit der Premiere 2005 heiß ersehnt. Die Spannung auf die Besetzung war riesig, vor allen Dingen, weil ich mit einer Freundin den gemeinsamen Wunsch hatte, Uwe Kröger als Phantom zu sehen und das wochentags mit den Erstbesetzungen ja nicht immer klappt.

Die Besetzung sah schließlich folgendermaßen aus:
Phantom der Oper: Uwe Kröger
Raoul: Christian Müller
Christine: Anne Görner
Monsieur Firmin: Ernst van Looy
Monsieur Andre: Fernand Delosch
Carlotta: Laurie Anne McGowan
Ubaldo Piangi: Daniel Brenna
Madame Giry: Gabriele Ramm
Meg Giy: Annabel Knight

Ich war natürlich ziemlich froh, dass Herr Kröger an diesem Abend spielen würde und war insgesamt sehr gespannt auf die Inszenierung, da ich nur den Film als direkten Vergleich hatte.
Gefreut habe ich mich auch über Christian Müller als Raoul, über den ich schon gehört hatte, dass er eine tolle Zweitbesetzung des Phantoms darstellt.

Wir hatten etwa mittige Plätze in der 15. Reihe und konnten alles gut sehen.
Mich hat die ganze Inszenierung sehr fasziniert, sie hielt wirklich, was sie versprach. Die Musik und der Film haben mir ja schon immer gefallen, aber endlich konnte ich auch verstehen, warum dieses Musical schon seit 20 Jahren so erfolgreich ist und Millionen begeistert hat.

Trotz vielen negativen Stimmen über Uwe Kröger als Phantom hat er mir sehr gut gefallen, schon vom ersten Ton an, war ich begeistert von seiner Darstellung. Er hat alle Charakterzüge des Phantoms, wie Wut, Arroganz, Eifersucht oder Verzweiflung und seine Gefühle für Christine überzeugend dargestellt. Meiner Meinung nach ist es nicht fair, von seiner Stimme im Film auf seine Darstellung auf der Bühne zu schließen, denn im Film musste er sich ja stark an Gerard Butler halten und hatte kaum Platz für eine eigene Interpretation der Rolle. Trotzdem bleibt es natürlich Geschmacksache, ob man sein Phantom nun mag oder nicht.

Anne Görner fand ich ganz gut, sie hat eben eine sehr klassische Stimme, was mir persönlich nicht immer gefällt. Die Synchronstimme im Film (Jana Werner) mag ich lieber, aber bei diesem Stück ist es ja, so weit ich weiß, üblich eine Darstellerin mit Opernausbildung für die Christine zu casten. Ich hätte auch ehrlich gesagt lieber eine der Zweitbesetzungen gesehen, am liebsten Martina Dorothea Rumpf, deren Stimme mir von Promoauftritten her besser gefällt.

Obwohl ich sonst nicht auf Raoul achte und diese Rolle eigentlich nicht mag,fand ich Christian Müller grandios, auch wenn ich mir seine Stimme ganz anders vorgestellt hatte. Er hat die Rolle stimmlich kraftvoller dargestellt, als ich es vom Film kannte. Ich war am Anfang der Show bei seinem ersten gesungenen Ton sehr überrascht, weil ich noch nie einen Raoul mit so mit viel Kraft in der Stimme gehört hatte. Seine Rolleninterpretation habe ich ebenfalls als besser empfunden. Wie schon vom Bericht von Angelika erwähnt, sollte man viele Zweitbesetzungen nicht unterschätzen. Ich bin mir sicher, dass die Erstbesetzung dieser Rolle (Nikolaj Alexander Bruckner) mir wohl nicht so gut gefallen hätte. Mittlerweile würde ich ihn sehr gerne noch mal als Erstbesetzung des Phantoms erleben, da ich ihn für einen sehr vielseitigen und talentierten Darsteller halte.

Alleanderen Darsteller waren ebenfalls klasse, sowohl stimmlich, als auch schauspielerisch. Annabel Knights Akzent hat etwas gestört, war aber sonst nicht weiter schlimm, da ihre Rolle als Meg Giry eh nicht besonders viele Auftritte hat.

Zwei kleine "Pannen" sind uns auch aufgefallen. Als das Phantom an seiner Orgel stand, war die vordere Kerze scheinbar ausgegangen.
Das Phantom legt ja vor "Die Musik der Nacht" seinen Mantel und seinen Hut ab, die dann einfach auf dem Boden liegen bleiben. Als Anne und Uwe dann um das Boot herumgegangen sind, ist Uwe auf den Hut getreten und hat ihn weggeschossen. Wohl passend zur Fußballweltmeisterschaft. ;-)
Das mit dem Hut habe ich zwar nicht selbst gesehen, aber ich will meiner Freundin das einfach mal glauben, dass es wirklich so war.

Ansonsten ist das Stück wirklich empfehlenswert, es ist einfach schön, wie alles dargestellt wird, wie zum Beispiel eine der berühmtesten Szenen, in denen Phantom und Christine im Boot über den unterirdischen See fahren, die vielen Kerzen auftauchen und der mitreißende Titelsong gesungen wird. Auch das gut aufgelegte Orchester hat seinen Teil zur schönen Show beigetragen, live ist diese Musik noch toller. Schön waren auch die Tanzszenen, die dazugehörigen Kostüme und die Balletteinlagen.

Der Saal war übrigens ziemlich voll an diesem Abend und beim Schlussapplaus sind auch wirklich alle aufgestanden.

Fazit:

Dieses Stück sollte meiner Meinung nach wirklich jeder Musicalfan einmal gesehen haben, es hat auch nach 20 Jahren nichts von seinem Reiz eingebüßt. Es fasziniert sogar viele, die eigentlich gar keine Musicals mögen.