|
Ticketempfehlungen:
Tanz der Vampire Stuttgart
König der Löwen Hamburg
Wicked Oberhausen
We Will Rock You Stuttgart
Tarzan Hamburg
Musical Noten
Buddy Holly Musical
|
Mamma Mia - Colloseum Essen
Essen - Samstag 19. Mai 2007 - 15.00 Uhr
Von Angelika
Besetzung: (Hauptrollen)
Donna: Stephanie Tschöppe
Sophie: Romina Langenhan
Rosie: Barbara Tartaglia
Tanja: Kerstin Marie Mäkelburg
Bill: Jörg Zuch
Harry: Frank Josef Winkels
Sam: Gido Schimanski
Sky: Daniel Berini
Ali: Ariana Schirasi-Fard
Lisa: Esther Mink
Eddie: Luigi Lee Scarano
Pepper: Pierre Damen
Dirigent: Bob Edwards
Als 'Phantom der Oper - Fan' und als ABBA - Fan sowieso, ist es vielleicht fast ein 'Wagnis' das Musical MAMMA MIA! zu besuchen, aber ich habe es dennoch gewagt...
Ein bisschen weh tat es schon, als man die völlig anders gestaltete Bühne sah, keine barocke Bühnenumrandung in Gold, kein roter Vorhang, kein abgedeckter Kronleuchter, kein schwebender Engel mehr...dafür ein schlichtes blaues Rechteck mit Wellenmuster, was wohl das Meer suggerieren sollte, denn bekanntlich spielt dieses Musical MAMMA MIA ja auf einer griechischen Insel, direkt im blauen, blauen Meer...
Schließlich, während der Introduktion (Ouvertüre finde ich hier eher unpassend) ein Gemisch aus Melodien bekannter ABBA-Songs, allerdings in völlig neuem Sound, geriet das Wellenmuster dann auch wie echte Wellen in Bewegung, was dieser zuvor kalten blauen Wand dann auch einen Hauch von Wärme verlieh.
Zum Ende der Einführung fuhren die blauen Wellen dann auch in die Höhe und gaben den Blick auf drei Elemente frei - zwei halbrunde Gebäude und ein riesiges Pflanzengewächs, was wohl ein Baum sein sollte, welches dahinter aufgehängt war. Das sah ja noch ganz gut aus, denn je nachdem in welchen Farben es angestrahlt wurde (und es wurde im Laufe der Vorstellung in fast allen Farben angestrahlt) war es doch eine Bereicherung für die Bühne. Die beiden Gebäude stellten die griechische Taverne dar und wurden raffiniert immer so in- und auseinander geschoben, dass man einmal Innen - und einmal Aussenansicht hatte und dann natürlich auch mit den passenden Requisiten wie Tische, Stühle, Bett u.s.w. bereichert.
Allerdings ragten mir da zu viele Stahltrossen aus dem Pappmauerwerk heraus, die dazu noch unschöne Rostflecken auf dem hellen Untergrund des 'Mauerwerkes' bildeten. Klar dass dies Absicht war, sollte das Ganze wohl ein bisschen 'Heruntergekommen' wirken lassen, vielleicht wäre da 'weniger mehr' gewesen...aber auch hier machte das Spiel der bunten Beleuchtung vieles wieder wett und ließ teilweise sogar eine romantische Atmosphäre aufkommen.
Die Geschichte ist ja bestimmt allgemein bekannt, trotzdem noch mal in Kurzform für jene die sie nicht kennen sollten: Frau mit Namen Donna lebt als alleinerziehende Mutter einer inzwischen erwachsenen Tochter (Sophie) auf einer griechischen Insel und hält sich mehr schlecht als recht mit einer Taverne über Wasser. Nun möchte das Töchterchen in naher Zukunft einen gewissen jungen Mann (Sky) heiraten und gerne ihren Vater einladen. Doch während sie mit zwei Freundinnen (Ali, Lisa) in Mutters Tagebuch stöbert, stellt sie fest, dass es da gleich drei 'Anwärter' gibt...
Gesungen wird dabei der erste Song 'Honey Honey' wobei der Text, wie auch in allen noch folgenden Songs, natürlich auf die Handlung abgestimmt ist und nur noch vereinzelte Elemente des Originals enthält...
Die drei vermeintlichen Väter werden eingeladen und kommen auch prompt, ein Abenteurer (Bill), ein Banker (Harry) und ein Lebemann (Sam).
Während die beiden Hauptdarstellerinnen doch ein wenig unscheinbar wirkten, so bringt doch das Auftauchen der drei 'Väter', die unterschiedlicher nicht sein können, Leben und auch Witz ins Spiel. Wirklich witzig aber wird es dann, als die nächsten Gäste eintrudeln, zwei ehemalige Freundinnen von Sophies' Mutter Donna, mit denen sie einst als Band oder Gruppe aufgetreten war. Auch diese zwei völlig unterschiedliche Charaktere und wirklich genial. Vor allem Kerstin Marie Mäkelburg in der Rolle der 'männeraussaugenden' Diva 'Tanja', auffällig schon durch ihre große, sehr schlanke Gestalt und eine dunkle, etwas rauchige Stimme. Daneben dann die fast nur halb so große Rosie, deren Leistung und Ausstrahlung auf ihre Weise aber nicht geringer war.
Im ersten Akt wurde mir ein bisschen zu wenig gesungen und zuviel gesprochen, eigentlich hatte ich mit mehr Glitzer und Glamour und Musik gerechnet, so wirkte das Ganze mehr wie ein Schauspiel, als ein Musical...
Mir war schon klar, dass man das nicht mit dem Original von ABBA vergleichen durfte, denn die einzigartigen Stimmen der ABBA-Sängerinnen sind ja bis heute unerreicht geblieben, aber für einen ABBA-Fan schmerzt es dann doch ein wenig, wenn mancher Song ein bisschen schräg rüberkommt, man drückt zwar beide Augen zu, (oder Ohren) aber irgendwie kann man dann doch nicht denken 'oh, super!'
Einzig und allein kurz vor der Pause, wurde dann endlich mal richtig aufgedreht und in Glitzerkostümen getanzt und gesungen was das Zeug hält. In diesem Fall 'Voules Vous' und das war wirklich Klasse. Die drei 'ehemaligen' Sängerinnen (Donna, Tanja und Rosie) hatten sich in ihre 'alten' Silberkostüme geworfen und WOW, während sie sangen kam fast sogar ein Hauch von ABBA-Sound auf! Zu Dritt gesungen, wirkten auch die Stimmen ganz anders.
Nervig nur die ständigen Versuche des Publikums bei fast jedem Song gleich im Takt mitklatschen zu wollen, da kam dann doch arg der Verdacht nach 'ich will Gute Laune' auf, als wäre man nach der ach so langen Herrschaft des Phantoms im Colosseum doch jetzt ausgehungert danach...später beim Schlussapplaus kann man sowas dann schon eher ertragen, aber mittendrin eher weniger...
Nach der Pause wurde dann etwas mehr gesungen, aber leider wieder weniger getanzt. Sky, gab seinen Junggesellenabschied und wurde dabei von seinen Freunden in Taucherkluft entführt. Witzig auch die Annäherungsversuche des kleinen 'Pepper', an die um einen Kopf größere 'Tanja', wobei er doch beachtliche Tanzartistik auf's Parkett legte.
Ebenso fanden die kleine 'Rosie' und der Abenteurer 'Bill' zusammen, wobei sich Rosie mächtig ins Zeug legte und dabei 'Take a Chance on me' sang.
Ins Auge 'stach' mir auch Gido Schimanski 'Sam' der mit grau gefärbtem Haar, oder Perrücke oder was auch immer, irgendwie Ähnlichkeit mit dem Hollywood-Star Richard Gere hatte und so allein schon Pluspunkte bei mir sammelte ;-)) Zu meiner Freude, fanden Donna und Sam ja am Ende auch wieder zusammen.
Was jetzt die Vaterschaft der drei 'Aspiranten' betraf, so wollte es jeder sein und gelöst wurde das Rätsel dann doch nicht...
Geheiratet wurde auch nicht, sondern Sophie und Sky entschieden sich dafür doch erstmal die Welt zu bereisen und verschwanden dann auch in Richtung eines riesigen hellen Mondes ins Nichts. Da war das Ganze auch schon zu Ende.
Mein Resümee:
Zu große Erwartungen hatte ich vorher eigentlich nicht, denn umgestaltete ABBA-Songs, können einen eingeschworenen ABBA-Fan nicht wirklich glücklich machen, auch wenn man beide Augen zudrückt und natürlich weiß, dass hier alles anders sein würde...
Die Darsteller waren darstellerisch sehr gut, stimmlich leider eher weniger...da hatte ich schon mehr erwartet.
Ich hatte hier auch mehr Tanz und Gesang erwartet, wenn die Story schon so seicht und leicht ist, man merkte ja auch, dass das Publikum sofort reagierte, sobald man mehr davon bekam, da ja auch ständig mit diesen Szenen geworben wird, doch dafür war es mir ein bisschen wenig davon...
Richtig zur Sache ging es dann oh Wunder, erst beim Schlussapplaus, da glitzerte es auf der Bühne vor bunten Kostümen und Tanz und Gesang. Mehrere ABBA-Songs wurden lautstark nocheinmal zum besten gegeben und kamen so natürlich auch gut rüber und erzeugten erneut die gewünschte 'Gute Laune-Stimmung' beim Publikum. Das hätte man sich zwischendurch vielleicht öfter gewünscht...
Eine wirklich tolle Ausstrahlung hatte Kerstin Marie Mäkelburg in der Rolle der 'Tanja' und machte damit auch vieles wieder wett, was ich ansonsten vermisst hatte.
|