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The Sound of Music

C wie Cellophanpapier und andere Peinlichkeiten

Von Julia Schmieg Premiere 29.11.07, Nürnberger Humboldtsäle - eine Produktion der MusicalHalle a

Was soll man von einer Premiere erwarten bei der man den Eindruck hat die ersten 2 PKs seien mit den Großeltern der Kinderdarsteller gefüllt? Meiner Meinung ein Stück auf dem Niveau einer gehobenen Schultheatergruppe. Trotz des Eintrittspreises von 28,50 Euro und bundesweiter Werbung kam die Produktion in den Humboldtsälen Nürnberg nicht weit über dieses Niveau.

Die gesangliche Leistung der Darsteller war über große Teile des Stückes einfach nur amateurhaft, so traf zum Beispiel der Nonnenchor nicht immer ganz die gewünschte Tonhöhe. Bei den Hauptdarstellern fehlte in den Höhepunkten einfach die nötige Stimmkraft um Lieder wie z.B. Edelweiß wirklich wirken zu lassen, so jedoch schalte ich bei diesen eigentlich ergreifenden Liedern einfach auf "Durchzug". Die Stimmen der Kinder hatten durch die einfachen Rollen und einen gewissen Charme zwar einen gewissen Flair der jedoch durch die schlechte Übersetzung wieder zerstreut wurde.
Die Hauptrolle des Kapitäns von Trapp war meines Erachtens nach eine der stimmlich am besten ausgeführten Erwachsenenrollen, jedoch waren auch hier durch die mäßige Leistung der anderen Darsteller einige Einschnitte zu erkennen.
Die Rollen der Maria war zwar durchaus in Ordnung, dennoch kam sie stimmlich leider nicht ganz an das potenzial das man ihrer Rolle zuschrieb heran.
Insgesamt waren die stimmlichen Leistungen zwar vollkommen in Ordnung aber einfach nichts Besonderes. Fehlte es doch an vielen Stellen nicht nur an nötiger Stimmkraft sondern auch an dazugehöriger Regieanweisung um szenische Abläufe und gesungene Inhalte zu verknüpfen.

Auch an der schauspielerischen Leistung haperte es, die Dialoge wirkten auswendig gelernt und hölzern. Auch hier wirkten die Rollen der Trappkinder nicht ganz so detailarm wie die der andern Rollen. Die Szenen der Nebenrollen waren dahingegen so detailarm das man spätestens jetzt daran zu zweifeln begann ob man wirklich in einer professionellen Show saß. Die Regie schien anscheint nicht genügend wert auf die gesangliche Leistung aller Darsteller gelegt zu haben, vielleicht fehlte den verschiedenen Darstellern aber auch neben nötiger Anleitung und Erfahrung aber auch einfach die ein oder andere Probe um ein gutes Zusammenspiel zu erreichen.

Die Tanzeinlagen des äußerst jungen Tanzensembles waren zwar passend und vielfältig auf den musikalischen Stiel und die Zeit des Stückes gut zugeschnitten und sauber ausgeführt dennoch fehlte auch hier das gewisse etwas. Zwar wird mit stur lächelnden Tänzerinnen kein Stück vorangebracht, doch hie muss man zugeben, dass durch die Choreographien ein Großteil der Inhalte verdeutlicht wurde und hier wirklich ein echter Handlungsträger aufzufinden war.

Zwar entlockte mir der Fränkische Akzent vieler Nebenrollen ein Schmunzeln, passte jedoch nicht wirklich in die zu spielende Rolle, war das Nazi-Riege im fränkischen Ton doch nur halb so bedrohlich.

Die musikalische Begleitung in Form zweier Keyboards und eines Elektronischen Schlagzeugs, war technisch zwar einbandfrei aber dennoch einfach langweilig und trocken. Die Kulissen auf ähnlich minimalistischem Niveau wie das "Orchester" wurden sich meiner Meinung nach besser auf der Bühne eines Schultheaters machen.

Insgesamt was das Stück träge und meines Erachtens nach einfach zu lang gezogen. Bei dieser Produktion würden ein paar radikale Wegstriche der musikalischen Leistung nichts nehmen, sondern diese vielleicht noch unterstützen.

Dennoch ist auch noch etwas Positives zu sagen. Die Darstellung der Kinder von Trapp war, von gelegentlichen überspitzen Marschiereinheiten und ganz rar gesäten stimmlichen Abzügen, eindeutig gelungen! So verliehen die 7 Kinderdarsteller, trotz übertrieben verniedlichter Kostüme, den schlecht übersetzten Liedern wie "A B C" oder dem Gute Nachtlied eine liebevolle und amüsante Note, indem sie diese nicht nur stimmlich und schauspielerisch gut rüber brachten sondern vor allen als einigste Choreographie, Spiel und Gesang wirklich gut miteinander verbanden.

Mir persönlich hat auch die Rolle des Strohhut tagenden Max Dettweiler gut gefallen, brachte dieser den Charakter seiner Rolle eindeutig am besten herüber. Wohingegen zum Beispiel die Mutter Oberin oder Rolf Gruber ein wenig fehlbesetzt wirkten.

Insgesamt würde ich die Nürnberger Produktion von "The Sound of Music" als wenig endfehlenswert bezeichnen und eher als Hobbytheater zu bezeichnen. Die Produktion der Musical Halle A kann meiner Meinung nach ihre hohen Preise nicht mit entsprechend guter Leistung begründen.