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Tanz der Vampire
Das Musical und/oder Das Grusical!?
Ein Showbericht von Victoria Kuhnle
"Tanz der Vampire" (TdV abgekürzt) war das erste Musical welches ich je in meinem Leben gesehen hatte und ich war einfach nur hingerissen. Danach war für mich alles klar: Für mich stand 100%ig fest, dass ich es wieder (und wieder und wieder...) sehen werde/müsste/wollte... Letztendlich war ich bis zum bitteren Ende (31.08.2003) dann fünf Mal in Stuttgart und sah es am 15. März 2007 das sechste Mal in Berlin im "Theater des Westens".
Das bedeutet im Klartext, dass ich "Tanz der Vampire" nach knapp vier Jahren zum "1. Mal" wieder gesehen hatte. Dieses Erlebnis und wie ich diese Produktion empfunden habe, möchte ich einmal in Worte fassen:
Nun erstmal zur Besetzung:
Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich die vollständige Erstbesetzung in den Hauptrollen! ( - Was mich sehr freute)
Diese waren:
Graf von Krolock β Thomas Borchert
Tolle Leistungen erbracht, aber ich mag ihn nicht so sehr (in dieser Rolle)
Sarah β Lucy Scherer
Gigantisches Stimmvolumen und wunderbare Rolleninterpretation!! Bühnenpräsenz vom Feinsten β an ihr ist rein gar nichts auszusetzen, einfach nur wunderbar!
Professor Abronsius β Mathias Schlung
Man merkte ihm seinen wahren Beruf (er ist Komiker; siehe "Die dreisten Drei") wunderbar an β sein komödiantisches Talent war in seiner Rolleninterpretation sehr deutlich zu merken und absolut angebracht. TOLL!
Alfred β Alexander Klaws
Also ich muss sagen, dass er seine Sache gut gemacht hat. Ich meine, stimmlich kommt er für mich nicht an einen Aris Sass (Wiener und Stuttgarter Produktion) oder Frederick Wickerts (Stuttgarter und Hamburger Produktion) ran, aber ich habe sehr über seine faszinierende Bühnenpräsenz gestaunt. Er hat mir schauspielerisches Talent bewiesen und seine Interpretation der Rolle des Alfreds hat mich überzeugt. Er hatte seine ganz eigene Interpretation der Rolle - wie ja logischerweise jeder Darsteller und jede Darstellerin; und die war gut.
Chagal β Ulrich Wiggers
Hat mir gut gefallen β er brachte den Slapstick mit viel Witz rüber.
Magda β Katja Berg
Gigantisch diese Frau! Im Programmheft bei ihrer Personenbeschreibung steht, dass ihre Stimme über fünf Oktaven reicht! Das hat mich wirklich fasziniert β sie hat diese zwar nur begrenzt einsetzen können, da die Rolle der Magda nun nicht soo viel Gesang beinhaltet, aber das was sie von sich hören ließ, war klasse.
Herbert β Haldor Laegreid
Ich kannte ihn schon aus Elisabeth (Stuttgarter Produktion β der Tod) und fand ihn da überhaupt nicht gut, aber ich nahm ihm seinen Herbert definitiv ab.
Koukol β Stefan Büdenbender
Spielte diese Rolle schon in Stuttgart und war dementsprechend routiniert und gut.
Rebecca β Maike Katrin Schmidt
Mir hat ihre Interpretation der Rebecca gefallen.
Ansonsten ein tolles Ensemble, klasse Tanz- und Gesangssolisten, welche einen fantastischen Job gemacht haben.
Unter anderem dabei waren: Mathias Edenborn (bekannt aus Aida usw.), Vanni Viscusi (welcher schon in Stuttgart bei TdV engagiert war) und Christian Paumgarten (der - ebenfalls in Stuttgart engagiert, schon den Professor Abronsius mimte.
Mein Musical-Erlebnis oder auch Bewertung der Show:
In meinem Kopf waren die Erwartungen vom letzten Mal; also von Stuttgart, von Kevin Tarte (dem grandiosen Hauptdarsteller (Graf von Krolock)), einfach von Allem was die Stuttgarter Inszenierung ausgemacht hatte. Nämlich vor allem eins: Qualität!! Ich möchte jetzt nicht sagen, dass Berlin keine Qualität hatte β gar nicht, aber eines hat mich doch ziemlich enttäuscht:
Ich bin da rein gegangen, wie gesagt mit unheimlich hohen Erwartungen, das Stück von vorne bis hinten (vor allem alle Songs der Doppel- CD) auswendig und verinnerlicht im Kopf, und dann kams:
DIE HATTEN DOCH TATSÄCHLICH FAST ALLE LIEDER, MANCHMAL SOGAR AUCH SZENEN !!GEKÜRZT!!
Ich war echt traurig! Ich meine: Klar, Darsteller/-innen, perfektes Bühnenbild und natürlich (das "Überbleibsel" der) Musik waren schon klasse, aber das war echt enttäuschend. Und am schlimmsten war es bei der "Totalen Finsternis": Dieses Lied dauert auf der CD über 6 Minuten, das muss man sich mal vorstellen und die kürzen da einfach Strophen weg! Für mich war (und ist auch immer noch) dieses Lied immer das absolut Schönste und Sprechendste für dieses geniale Musical, weil es sich so wunderbar "in sich steigert" sage ich jetzt einfach mal. So wie jedes Lied das eigentlich tut, aber dieses ist β meiner Meinung nach eine der besten Musicalballaden schlechthin. Wie als ob man es so ganz langsam bis zum Höhepunkt ausspielt und es sich dann wie Wellen, die über einem zusammenbrechen, anfühlt. So kam es mir in Stuttgart immer vor. Hört sich vielleicht komisch an, aber so habe ich das erlebt. Und zwar ist dieser "Höhepunkt an dem die Wellen über einem zusammenbrechen" an der Stelle, nachdem Sarah: "... ich spür eine Se(ee)hnsucht, die mich sucht..." singt, wenn es dann weiter geht und die beiden (also der Graf und Sarah) zusammen singen:
"...Sich verliern heißt sich befrein, du /ich wirst /will dich/mich in mir/dir erkennen, was du /ich erträumst /erträum wird Wahrheit sein, nichts und niemand kann uns trennen,..." usw.
Jedenfalls hatte ich mich so gut wie gar nicht "in das Lied einfühlen können", weil es viel zu schnell schon wieder vorbei war und ich gar nicht vor Freude hatte heulen können, geschweige denn, dass ich vor Spannung die Luft anhalten musste, wie es sonst immer war.
Das war für mich das sprechendste Beispiel von allen.
Und jetzt noch schnell etwas Positives - will ja nicht nur meckern:
Das Bühnen-/Szenenbild des Wirtshauses war anders als es in Stuttgart war und zwar hat es sich auf der Bühne drehen können. War echt toll, vor allem bei "Stärker als wir sind" hat es sich sozusagen von vorne nach hinten gedreht und die (meisten) Darsteller darin auch. Nicht alle, weil sie vorne UND hinten im Haus standen und man zuerst "nur" die Vorderen sah und dann nach der Wende auch die Hinteren. Echt superklasse!
Auch das Gesangs- und Tanzensemble war echt der Hammer. Alles hat β meiner Auffassung nach - gesessen, jeder Schritt und jeder Ton. Mir fiel jedenfalls kein schräger Ton auf. Auch sah ich keinen Schrittfehler in einer Tanzfolge.
Alles in allem ging es wieder viel zu schnell vorbei - wie immer, aber es hatte sich wirklich gelohnt. Ich möchte auch diese Musical- Erfahrung nicht missen!!
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