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Der Ludwig aus "Elisabeth - Legende einer Heiligen"

von Conny Schmidmeier

Sie sind ja wirklich vielseitig veranlagt. Spielen Klavier, Saxophon, singen, tanzen sämtliche Tanzstile, haben interessante Dialekte drauf etc. Haben Sie vor die Bühne in den nächsten Jahren erst mal zu verlassen und andere musikalische Richtungen oder gar einen ganz andren Beruf zu wählen oder haben sie mit Musical jetzt ihre wahre Leidenschaft gefunden?

Zunächst habe ich ja erst mal einen ganz anderen Beruf gelernt. Zahntechniker ist, denk ich, so das totale Gegenteil vom Musicaldarsteller. Ich habe mich dazu entschlossen um noch etwas in der Tasche zu haben, falls es mit dem Musicaldarsteller nicht klappen sollte. Aber ich weiß und wusste schon damals, dass ich Singen, Tanzen, Schauspielen möchte und deswegen ist die Berufswahl zum Musicaldarsteller mein Traumberuf. Was man in der vielseitigen Ausbildung alles mitbekommt und in welchen verschiedenen Berufssparten man danach arbeiten kann wird sich zeigen! Ich würde auch gern mal ein eigenes Projekt auf die Beine stellen und vor der Bühne mich ausleben wollen. Außerdem schreibe ich an 2 verschieden Stücken und man wird sehen ob und wie ich mich damit beweisen kann!

Im Musical " Elisabeth - Legende einer Heiligen" spielen sie Ludwig, der starke Gefühle für sie hat und selbst nach seinem Tod noch "über sie wacht". Können Sie eine Verbindung zu sich und ihrer Rolle finden? Hat man trotz all des Stresses auch noch Zeit für die Liebe oder um "auf die Jagd" zu gehen?

Ich denke, jeder Schauspieler legt in die Rolle die er spielt, viel oder auch vielleicht nur etwas von sich hinein! Somit gibt es immer Parallelen. Ludwig ist ein sehr fürsorglicher Mann und hat den typischen männlichen Beschützerinstinkt. :-) Ich denke da gibts schon ne Verbindung. Ansonsten kann ich über das Leben nach dem Tod noch nicht viel sagen. Aber ich würde auch über den Tod hinaus versuchen für einen geliebten Menschen da zu sein. Zeit für die Liebe sollte man sich im größten Stress immer nehmen, sonst verarmt man seelisch!

Na aber wenn das nicht romantisch ist. Aber um beim Thema zu bleiben was genau denken Sie ist das Besondere an dem Musical? Wieso hebt es sich vom Restlichen ab und gilt als Musical des Jahres?

Ich finde, es ist seit Langem wieder mal ein Musical, das unter die Haut geht und eine sehr spannende Persönlichkeit im Zentrum stehen hat. Die Musik ist eigens dafür komponiert und nicht aus schon vorhandener Musik zusammengeschustert. Was nicht unbedingt schlecht sein muss, schließlich habe ich in "Mamma Mia!" und in "Ich war noch niemals in New York" mitgespielt. Nur sollte man sich in der doch langsam wachsenden deutschen Musicalwelt wieder was zutrauen und eigene Musik schreiben Ich finde "Elisabeth- Legende einer Heiligen", kann durchaus mithalten mit verschiedenen Großproduktionen.

Wie genau sind sie zu der Rolle gekommen? Haben Sie sich beworben oder hat man vielleicht bei Ihnen angerufen und gesagt „hey wir wollen dich.“ Wie genau lief das ab?

Ich wurde vorgeschlagen und man hat mich angerufen. So einfach war das! ;-)

Da sieht man doch einmal, wie das eigentlich läuft – denn nicht immer werden Talenten in Casting wie z.B. in der auf Sat1 laufenden Show „Ich Tarzan – Du Jane“ gefunden. Ursprünglich kommen Sie aus Erlangen vermissen Sie manchmal ihre Heimat? Oder sind sie froh über ihre Chance in Eisenach? Denken Sie, dass Elisabeth ein "Sprungbrett" für ihre Karriere ist?

Nun ich bin ja die meiste Zeit des Jahres nicht in Eisenach, sondern in Hamburg und spiele bei "Ich war noch niemals in New York" und davor war ich eineindreiviertel Jahre mit dem Musical "AIDA" auf Tour. In meine Heimat Erlangen komm ich deshalb nur alle 6 Monate, was eigentlich zu wenig ist. Aber Arbeit geht nun mal vor und natürlich bin ich über das Engagement in Eisenach sehr glücklich. Ich durfte bei einer "Weltpremiere" dabei sein, eine Hauptrolle dabei spielen und wir haben noch zusätzlich eine tolle CD aufgenommen. Ob das nun ein Sprungbrett ist, kann ich nicht sagen. Ich denke man wird mein Person schon ein bisschen mehr wahrnehmen aber ich möchte das nun nicht allzu überbewerten.

Liest man in ihrem Gästebuch ihrer Homepage findet man viele Besserungswünsche. Was haben Sie denn genau angestellt? Und hatte es Nachwirkungen für ihre Auftritte?

Ich hatte mich auf der Bühne bei der Tanznummer "17 Jahr blondes Haar" am Knie verletzt und habe danach weitergespielt. Am nächsten Tag war das Knie angeschwollen aber ich dachte mit Bandage geht das schon...na ja am Sonntag hab ich dann gesagt noch mal Doppelshow bekomm ich nicht hin. Jetzt darf ich das Knie nicht belasten. Tja , das ist halt das Risiko an unserem Job aber das wird schon wieder!

Dann natürlich Gute Besserung von unserer Redaktion. Zu guter Letzt : Haben Sie persönlich Vorbilder, die Sie prägen oder gar ein Lieblingsmusical - in dem Sie gerne einmal spielen würden oder schon gespielt haben.

Nun ich kann dazu nur sagen, dass ich als ich "Elisabeth" (Musical um Kaiserin in Österreich Anm. d. Red.) damals 1992 in Wien gesehen hatte nur noch den Wunsch hatte auch Musical zu machen. Die Darsteller damals waren fantastisch. Lieblingsmusicals sind grade "Spring Awakening" und immer noch "Last Five Years" . Auf meiner To Do Liste stehen "Jesus Christ Superstar", "Les Miserables" und "Elisabeth". Mal sehen was sonst noch so auf mich zukommt! :-)

Vielen Dank für dieses interessante Interview und viel Glück auf Ihrem weiteren Werdegang.