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DAS SARAH-INTERVIEW

Ein Fiktives Interview mit dem Charakter Sarah aus Tanz der Vampire

Von Sophie Siekmann Jeder der Tanz der Vampire kennt, hat sich doch bestimmt schonmal gefragt warum Sarah so "dumm" ist und ihr Leben, was gerade jetzt mit Alfred richtig anfangen würde, für einen Flirt mit dem Vampirgrafen aufgibt. Ich hab mir das auch mal durch den Kopf gehen lassen und mich nun spontan entschlossen, Sarah ausfindig zu machen und mich intensiv mit ihrer Gefühlswelt auseinanderzusetzen. In diesem spannenden Interview habe ich viel über ihr Leben früher und ihr Ableben jetzt erfahren…Aber liest selbst!



0.19 Uhr in der Nacht, ich sitze in Transilvanien, gegenüber von mir sitzt Sarah, oder besser gesagt eine Vampirfrau mit langen roten Locken.
Um meinen Hals trage ich ein lange Kette Knoblauch, sicher ist sicher.
Ich zünde ein Kerze an um besser sehen zu können, denn helles Licht erträgt Sarah nicht mehr. Jetzt ist es hell genug und ich kann ihr in die Augen sehen. Mein Interview beginnt.


Ich: ,, Hallo Sarah, schön, dass du meiner Einladung gefolgt bist. Ich möchte dir jetzt einige private Fragen stellen, dazu musst du aber wissen dass du nicht gezwungen bist zu antworten und darüber hinaus soll dich das hier nicht belasten. Es geht nur darum zu verstehen warum du dem Ruf der Finsternis gefolgt bist! Also, beginnen wir. Meine erste Frage ist, wie deine Kindheit war. Würdest du sie als schön und erfüllt beschreiben?


Sarah: Naja, es ist schwer sich an die Zeit vor dem Biss zu errinern, die Ewigkeit saugt dir irgendwann deine Erinnerungen, glaube ich. Aber ich will es versuchen. Meine Kindheit war schon behütet, ich hatte fürsorgliche Eltern. Oder vielleicht auch zu fürsorglich, denn von der Welt habe ich nie etwas sehen dürfen. Ich war ein und aus immer nur zuhause an dem selben Platz und habe nur durch Erzählungen erahnen können wie viel die Welt zu bieten hat. Mein Drang das zu sehen wurde, umso älter ich wurde, immer größer, doch gleichzeitig wurde mein Vater immer vorsichtiger und irgendwann durfte ich gar nicht mehr hinaus. Ich wusste nie genau wieso, aber ich hörte ihn oft singen, dass eine schöne Tochter ein Segen ist aber mischugge macht, schätze damit hatte es zutun. Naja auf jeden Fall habe ich mich irgendwann wie in einem goldenen Käfig gefühlt und bin fast wahnsinnig geworden! Irgendwann durfte ich dann in unserer Wirtsküche mithelfen, Teller waschen. Ich bat lange dafür! Da müsste ich so….16 gewesen sein! Irgendwann aber hat mir dann der Küchenjunge viel Aufmerksamkeit geschenkt, zu viel für meinen Vater, und deshalb musste ich bald zurück in meine Einsamkeit, abgeschottet und unzufrieden. (Sie macht eine Pause, holt tief Luft und erzählt dann weiter)
Ein Gutes hatte die Sache aber. Ich habe nie Angst oder Schrecken kennengelernt. Ich wusste nicht dass es etwas Gefährliches gibt, etwas, das mir Schaden zufügt. Und an den Grund meines Vaters mich für sich zu behalten glaubte ich schon lang nicht mehr. Für mich war alles das, was draußen ist, aufregend, schön und besser als hier. Ich war doppelt neugierig wie andere, und dafür kein bisschen erschrocken. Den Grund warum alle Knoblauchketten trugen und mit Kreuzen behangen waren, konnte ich mir nicht erklären und wäre nicht auf die Vorstellung gekommen, es könnte eine Art Schutz für irgendetwas Böses sein.


Ich: Wow, damit klärt sich schon einiges auf! Danke für deine Offenheit. Eine weitere Frage die mir auf der Zunge brennt ist: Was gefällt dir so am Baden?


Sarah: (Zögert) Auch das ist nicht einfach zu beantworten, weil ich nicht mehr fühlen kann was mich als Mensch so gereizt hat. Ich kann mich nur schwach erinnern! Tot zu sein ist wirklich komisch, weißt du? Naja. Also… Ich brauchte damals irgendetwas was mich ablenkte, was aufregend und schön war. Baden an sich ist nicht aufregend, aber es war mir verboten und das reizte die Sache um einiges! Außerdem wusste ich dass Wasser von draußen kommt, von einem Ort den ich nicht kenne, und mit dem ich mich dann vielleicht - ich weiß es klingt sicher lächerlich - identifizieren kann und mir vorstelle ich wäre dort gewesen.


Ich: Beim Baden hast du ja auch das erste Mal auf Alfred getroffen. Und damit gleich zur nächsten Frage. Was hast du denn nun damals für ihn empfunden? Eure Beziehung zueinander stand von Alfred Seite aus von Anfang an auf Liebe, aber was ist mit dir?


Sarah: Ich mochte ihn von Anfang an. Er war nett zu mir und hatte ein schönes Lächeln. Und wäre das alles nicht passiert dann….dann wäre es sicher mehr geworden. Ich kann mich erinnern dass ich an dem Abend als ich ihn getroffen habe gedacht habe, dass ich noch nie einen wie ihn gesehen hab und dass ich von ihm geträumt hab und mir vorgestellt habe mit ihm endlich anzufangen zu leben aber…ich weiß nicht wie ich das sagen soll aber seit mich der Graf zum ersten Mal besucht und mich zu diesem Ball eingeladen hat war ich nicht mehr ich! Es war wie ein Zauber, ein Fluch. In meinem Kopf war nur noch das Tanzen, die Freiheit und Er. Ich konnte mich nicht beherrschen und an nichts anderes mehr denken und habe damals nicht wahrgenommen dass Alfred mich warnen wollte, im Gegenteil, ich war böse dass er mich immer wieder abhalten wollte. Wäre ich jetzt ein Mensch würde ich mich über mich selber ärgern, den Grafen verfluchen und mich bei Alfred entschuldigen, aber als Vampir ist mir das gleichgültig. Ich bin kalt und trage die Unstillbare Gier in mir. Es gibt kein damals und kein heute, es gibt nur das ewige Alles.


Ich: In deiner Antwort hast du jetzt schon die Hälfte meiner nächsten Frage beantwortet. Ich wollte wissen was es ist, dass dich Krolock so in seinen Bann gezogen hat. Hast du ihm wirklich seine ganzen Versprechungen geglaubt? Er ist immerhin ein Vampir ich mein da müsste man doch 1 und 1 zusammenzählen können! Verliebtsein hin und her!


Sarah: Also wie gesagt, ich kannte diese Angst nicht! Ich wusste aus Erzählungen er war ein Vampir und Vampire können Menschen Leid zufügen, aber ich dachte mir, auch Menschen können andere verletzen und trotzdem geht jedermann dieses Wagnis ein. Umso mehr ich ihm dann gefolgt bin, umso klarer wurde es mir irgendwo in meinem Inneren dass er mich zerstören kann, aber ich wurde auch immer tiefer in seinen Bann, in die Geschenke und Becircungen seinerseits, in das Tanzen und in die Tatsache endlich eine Frau zu werden, hineingezogen!!! Ich war im kurz gesagt einfach verfallen und im Nachhinein bin ich mir sicher, dass mich nichts und niemand jemals davon hätte abhalten können, das zu tun, was mein Herz mir sagte.

Ich: Du meinst dich in dein Unglück zu stürzen? Bereust du dass du dich gefügt hast?


Sarah: Naja, es gibt das verschiedene Seiten. Die eine Seite ist das naive verliebte Mädchen, dass sagt, sie sei letztendlich ja da gewesen wo sie sein wollte, in den Armen des Mannes, tanzend, festgehalten und ganz nah, den sie haben wollte. Die zweite Seite spricht aus mir als Mensch der ich war, und der weiß natürlich dass ich durch diesen Wahn alles aufgegeben habe, bevor es richtig angefangen hat. Und die 3. Seite spricht aus mir als das was ich jetzt bin, aus Vampir, und die ist gleichgültig, kalt und nimmt die Sachen so wie sie kommen. Ich hätte fliehn können aber ich habe es nicht getan. Man kann nicht alles haben! Meine Aufgabe ist jetzt auch was anderes, ich schwärme nachts auf und sauge Menschen das Blut aus um die Gier zu stillen sogut es geht und unsere Spezies zu erweitern. Ich denke daher nicht über das nach was gewesen ist! Man kann es nicht mehr ändern und es birgt auch keine Gefühle mehr in mir.


Ich: Naja, aber hegst du denn wenigstens ein schlechtes Gewissen gegenüber Alfred, den du dann letztendlich das Leben genommen hast?


Sarah: Tzz ich bin ein Vampir, genau das ist meine Aufgabe! Außerdem hat sich der Trottel das selber eingebrockt, ich war, als er mich retten wollte, längst schon verloren und wenn er dann nicht loslassen kann ist das nicht meine Schuld.


Ich: Naja, wie du meinst….Das Interview ist hiermit dann auch beendet. Danke für die Offenheit, ich verstehe jetzt einiges besser! Dann noch ein schönes…ähm….Ableben!


Sarah: Jaja danke. Und vergesst nicht, irgendwann werden ihr alle da sein wo wir jetzt schon sind!!!!


Sarah faucht einmal laut und ich bekomme einen Schrecken, doch dann fliegt sie so schnell, wie sie gekommen ist, als Fledermaus wieder zurück zu ihrem Grafen, um mit ihm dort wohl in alle Ewigkeit zu tanzen....


THE END