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Gemeinsamkeiten von Totale Finsternis mit einem Hit aus den 80ern
Das kenn ich doch!
Von Charlotte
Den Song kenn ich doch... Irgendwoher kenn ich dieses Lied. Aber woher nur?!
So wird es wohl schon vielen eifrigen Musicalgängern beim Radiohören ergangen sein. Oder umgekehrt vielen Radiohörern beim Besuch des Theaters des Westens. Irgendwoher kennt man den Song doch, den die adrette Wirtstochter und der charmante Vampirgraf da schmettern.
Und nein, das ist kein Irrtum.
Denn bereits lange vor der Uraufführung des Musicals Tanz der Vampire 1997 klang das Lied in aller Ohren. Na ja zumindest in den 80ern.
Der aufmerksame Leser hat es vielleicht schon erraten: Es geht um die Melodie von Totale Finsternis. Die Vorlage dazu lieferte Bonnie Tyler 1983 mit Total Eclipse of the Heart, einem Song über eine offensichtlich missglückte Liebe.
Was haben die beiden Songs außer der Melodie noch gemeinsam? Denn Jim Steinmann und Michael Kunze werden sicher nicht zum Spaß diese Melodie genommen haben.
Und tatsächlich.
Schaut man sich beide Texte genauer an springen einem einige Gemeinsamkeiten ins Auge.
Zum einen die ständige Erwähnung der Nacht und der Dunkelheit. Ein Zeichen des Charmes, den das düstere und damit Verbotene auf die Sängerin ausübt. Bei Bonnie Tyler ist es der Verflossene, bei Sarah Krolock. Beides ist ganz offensichtlich nicht unter einem dunklen Stern gestellt und doch sehnen sich beide Textschreiber bzw Sänger danach.
Bonnie Tyler singt davon, dass die Liebe ihres Geliebten ständig wie ein Schatten auf ihr lastet und ihr unruhige Träume. Wenn sie ängstlich wird sieht sie den Blick in seinen Augen.
Genauso ergeht es auch Sarah. Sie träumt von phantastischen Dingen und wird nach dem Aufwachen von Angst gequält, die ganz offensichtlich nur Krolock lindern und damit heilen kann.
Krolock wirkt viel optimistischer, er möchte Sarah ja auch von sich überzeugen. Wenn sie ihm folgt, dann wird sie frei sein, befreit von der verführerischen Dunkelheit, ihm.
Bei Bonnie Tyler klingt die gleich Zeile plötzlich auch ganz anders als der Anfang des Liedes. Fast, als würde ein anderer aus ihr sprechen. Sie braucht ihren Geliebten und glaubt fest daran, dass sie es bis zum Ende der Zeit schaffen werden, ehe sie wieder realistisch wird und diese euphorischen Worte einschränkt.
Das tut Krolock zwar nicht, aber insgesamt ist der Wortlaut mit dem er und Boneys innere Stimme jemanden überzeugen wollen sehr ähnlich und an einigen Stellen auch überschneidend.
Schließlich sieht auch Sarah, dass ihre Liebe eigentlich nicht ganz rechtens und aussichtsvoll ist, doch es gibt nichts was sie dagegen tun kann, auch wenn sie manchmal glaubt, es sei besser vor Krolock zu fliehen. Der Bann, den Krolcok auf sie ausübt scheint ihre Welt zu zerstören und sie kann nicht verhindern in diese Totale Finsternis zu fallen.
Auch Boney singt, dass sie einmal groß verliebt war. Doch jetzt ist ihr Herz dunkel und sie fällt innerlich völlig auseinander. Alles Licht in ihrem Leben ist der Dunkelheit gewichen.
Später erwähnt sie noch, dass es nichts magisches gibt, dass so wundervoll auf sie wirkt wie diese eine große Liebe, die doch nie zu ihr zurückgekehrt ist. Ihr Herz bleibt dunkel.
Sarah gesteht sich ein, dass sie für Krolock im Grunde alles tun würde, doch diese Finsternis, die ihn umgibt ist gefährlich und das spürt sie. Trotzdem kann sie sich nicht davon befreien. Sie glaubt nur, sie „Verliert den Verstand“.
Insgesamt passt Total Eclipse of the Heart wohl auch sehr gut für ein Duett zwischen Sarah und Krolock, weil während des ganzen Textes eine extrem düstere Stimmung verursacht wird. Beim hören oder auch lesen des Textes wird man den Gedanken nicht los, dass Boneys große Liebe gestorben ist und sie sich ständig und immer wieder vormacht, er kehrt zurück, andererseits ist sie aber auch total verzweifelt und möchte etwas rückgängig machen.
Als Vampir ist auch Krolock tot und passt damit in gewisser Weise auf das Schema des Geliebten.
Der Song von Bonnie Tyler ist übrigens nicht das einzige Musikstück, dass für Tanz der Vampire Modell stand. Viele andere Hits.
Unstillbare Gier zum Beispiel wurde einem Song von Meat Loaf nachempfunden.
Es gibt noch einige weitere Beispiele, die aus Tanz der Vampire eine wahre Schatzgrube von musikalischen Kunststücken machen, doch Totale Finsternis ist der bekannteste Schatz aus dieser Truhe.
Unter vielen Musicalfans gilt dieser Song als der größte Musicalhit aller Zeiten. Vielleicht liegt das ja auch an seiner geheimen Vergangenheit bei Bonnie Tyler ?!
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