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Simbas Entwicklung im Laufe des Stückes

Interpretation und Charakterisation des Charakters Simba und seinen Handlungen wie Entwicklungen im Musical König der Löwen

von Charlotte Fischer
Simba, der uns zunächst als junger aufgeweckter Kronprinz begegnet, ist der Protagonist des Musicals. Und damit hat er den größten Konflikt zu durchleben, was wiederum eine starke Veränderung in einer Person bewirken sollte. Und genau das ist der Fall.
Zu Beginn des Stückes ist Simba ein ziemlicher Naseweis. Gemeinsam mit seiner besten Freundin Nala macht er den „Hofangestellten“ mit seiner aufgeweckten Art das Leben schwer. Das Leben als König stellt er sich vor, wie es am besten ist: Er wird von vorne bis hinten bedient und jeder hat auf ihn zu hören.
Die Erklärungen seines Vaters Mufasa und Zazu, dass es auch dunkle Seiten habe, ein König zu sein, ignoriert er schlicht. Wenn er erstmal König ist, wird alles so laufen, wie er es will.
Dass man als Monarch auch Probleme zu lösen hat, stellt er fest, als er mit Nala und Zazu auf die Hyänen Shenzi, Banzai und Ed trifft. Nur mit knapper Not kann Mufasa die drei retten und hält Simba eine ziemliche Standpauke.
Die Aussicht auf weitere Begegnungen mit den Hyänen dämpft Simbas Drang König zu werden ein wenig.
Der zweite Schock ereilt ihn, als Mufasa „durch einen Unfall“ zu Tode kommt. Simba ist überzeugt, Schuld zu haben und flieht von Schuldgefühlen und seinem Onkel Scar getrieben aus dem Geweihten Land.
Die Selbstvorwürfe zerfleischen ihn und erst als Pumbaa und Timon ihm ihre Art des Lebens zeigen, lernt er, anders mit seinen Problemen umzugehen: Er verdrängt sie.
Von nun an führt er ein scheinbar unbeschwertes Leben, dass nur von den wenigen Momenten getrübt wird, in denen die Selbstvorwürfe auf ihn hereinprasseln. Eines steht für ihn fest, er will für immer bei seinen Freunden bleiben und den Ort seiner Tat nicht wieder sehen.
Erst seine Liebe zu Nala ändert diese Einstellung.
Zunächst sträubt er sich dagegen, ihr zu helfen. Er hält ihre Erzählungen, dass Scar das Geweihte Land zerstört, für Unsinn. Innerlich bestärkt ihn die Lage seines Landes in seiner Schuld. War er doch derjenige, der ihm den König nahm und das Unglück heraufbeschwor.
Ohne es zu wollen, verletzt Simba Nala mit seiner Sturheit und der Leichtigkeit mit der er von seiner Vergangenheit spricht, als sei sie nicht seine.
Es benötigt einiges an Überzeugungskraft von Rafiki, um in Simba den Mut seines Vaters zu wecken. Simba spürt, von seinem Vater angeleitet, dass nur er seine Heimat retten kann. In dem jungen Löwen reift ein Entschluss:
Er muss sein Land retten.
Zum ersten Mal seit dem Verlust seines Vaters begegnet Simba dem Geweihten Land. Er muss sich überwinden, um Scar gegenüber zutreten, denn die Schuldgefühle werden immer stärker. Schließlich war Scar derjenige, der sie weckte.
Als er erkennt, dass sein Onkel der wahre Mörder ist, wird aus Schuld Zorn und er besiegt seinen Onkel.
Es mag eine ganze Reihe von Jahren gedauert haben, bis Simba seine wahre Bestimmung fand und von einem unreifen Junge, über einen verzweifelten Teenager zu einem mutigen und selbstlosen König wurde, auf das sein Volk stolz gewesen wäre, doch das Warten auf diesen König dürfte sich für alle Beteiligten gelohnt haben-besonders für Simba selbst.