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Oh, ja, ein Löwe
Die Besonderheiten im Musical der König der Löwen
von Charlotte Fisher
Langsam erhebt sich die rot glühende Sonne und taucht die Savanne in ein warmes Licht. Die ersten Tiere recken sich und begrüßen den Morgen.
Irgendwo in der Ferne singt ein weißer Affe mit zwei Ziegenböcken ein uraltes Lied...
Nants ingonyama bagithi baba [dort kommt ein Löwe]
Sithi uhhmm ingonyama [Oh, ja, ein Löwe]
Kaum, dass sich in Hamburg der Vorhang zum König der Löwen hebt, ertönen diese Zeilen im Saal und aus allen Türen und Öffnungen strömen die exotischsten Kreaturen in den einfallsreichsten Kostümen. Sie rauschen am Publikum vorbei, seien es nun elegante Kranich-Frauen in weißen Gewändern oder Giraffen mit riesigen Hälsen. Eines bringen sie mit sich: Afrika.
Für die nächsten drei Stunden befindet sich der Zuschauer nicht mehr in Hamburg, Europa. Nein, jetzt bewundert er den Pride Rock, Afrika.
Die Besetzungen vor und hinter der Bühne schaffen es weltweit das Gefühl des Kontinents Afrika zu verbreiten. Nur eine Textzeile und schon schwebt man im Reich der Tiere und möchte König Mufasa selbst huldigen.
Das ist etwas, das dieses Musical zu etwas ganz Besonderem macht. Kaum ein anderes Stück schafft es, die Magie eines ganzen Kontinents so voller Liebe, Charme und Humor zu vermitteln, dass man sich beim Verlassen des Theaters wie frisch aus dem Urlaub fühlt.
Auch die Kostüme, die aus Bürgern Hamburgs, Londons oder New Yorks die Tiere der Savanne machen, verleihen dem Löwenkönig ein ganz besonderes Flair.
Sicher, Musicals, in denen Tiere eine tragende Rolle oder gar die Hauptrolle spielten, gab es schon vorher. Allein Cats ist voll von singenden Katzen.
Doch solche einfallsreichen Kostüme gab es noch nie!
So werden aus erwachsenen Männern zum Beispiel Gräser, die sich in der Morgensonne räkeln und den Tag begrüßen. In anderer Form würde das vielleicht albern wirken oder verrückt. Aber den Kostümbildnern ist es gelungen, diesen Sachverhalt so genial und glaubwürdig darzustellen, dass man einfach nur staunen kann.
Auch die Umsetzung der Giraffen und Elefanten ist extrem gut gelungen. Man muss schließlich erst einmal eine Idee haben, wie man aus maximal zwei Menschen ein riesiges Säugetier mit langem Hals oder großen Ohren macht.
Unmöglich, könnte man meinen. Nicht für den König der Löwen.
War schon der Zeichentrick um den kleinen Simba wunderschön, so ist das Musical noch um ein ganzes Stück besonderer. Es bringt einem menschliche Werte durch Tiere zu afrikanischen Klängen näher und behält dabei stets ein Stück weit Selbsthumor.
Mit einigen Änderungen gegenüber des Films(Rafiki zum Beispiel ist hier eine weibliche „Person“) schafft das Musical vor allem eines: Verzaubern!
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