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Elisabeth das Musical: Verlobung in Bad Ischl
Wie lief der Zauber der Liebe ab?
von Anika
Vielen wird, wenn sie an die Verlobung Elisabeths mit Franz-Joseph denken, die Szene aus dem Sissi-Film einfallen. Die chronologie und Richtigkeit der handlung in diesen Filmen sind stark verändert und meistens nicht korrekt, diese Szene ist so auch nicht ganz richtig, jedoch stimmt es das Franz-Josephs vorgesehene Verlobte eigentlich Helene, Sissis Schwester, sein sollte. Er fand jedoch ihre lebhafte kleine Schwester anziehender und entschied sich für sie. eine Entscheidung über die Erzherzogin Sophie im Film überhaupt nicht erfreut ist.
Soviel zu der Szene im Film. Im Musical wird Sisi als der kleine Wildfang dargestellt, der nicht zu bändigen ist. Franz-Joseph verliebt sich auf den ersten Blick in sie und läuft einfach an Helene vorbei, seine Aufmerksamkeit gilt nur dem jungen Mädchen, was besonders Sophie stört. Im Lied dazu wird gesungen "So wie man plant und denkt, so kommt es nie!", was sehr treffend ist, da diese Verbindung ja nun wirklich reiner Zufall war. In der nächsten Szene ist das Paar alleine und sie singen über ihre Vorstellungen für die Zukunft. "Ich werd mich in deinen Augen sehen! Ich reis mit dir um die ganze Welt! Will mit dir am Abend stehen! Hand in Hand und mit dir über weiße Strände gehn! Grenzenlos weit, schrankenlos weit!", dieses ist Sisis Vorstellung von ihrer Ehe im Musical, dass es ganz anders kommen wird ahnt sie hier noch nicht.
Die Wirklichkeit sah noch anders aus als es in Film und Musical dargestellt. Besonders Erzherzogin Sophie ist völlig falsch dargestellt, sie war nämlich eher erfreut als wütend, da sie das junge Mädchen sehr hübsch und sympathisch fand, dies ist an ihren Tagebucheinträgen zu belegen, in denen während de Verlobungszeit und am Anfang der Ehe kaum ein schlechtes Wort über Elisabeth zu finden ist, sie schwärmt eher von ihr und ihrer Hingabe zu ihrem Sohn "Franzi".
Ein Grund warum der Kaiser sich gegen Helene entschieden haben könnte, könnte ihre erste Begegnung gewesen sein, da die Kutsche mit den Kleiderkoffern nicht ankam. wurde sie ihm in schwarzer Trauerkleidung vorgestellt, weil eine entfernte Tante gestorben war. Schwarz war eine sehr unvorteilhafte Farbe für Helene, da sie sowieso schon eine sehr blasse Hautfarbe hatte. Elisabeth trug zwar auch schwarz jedoch hatte sie längst nicht so eine vornehme Blässe wie ihre Schwester und auch sonst stand es ihr besser. Sophie beschrieb sie sogar als "reizend" und bewunderte ihre Anmut und Grazie in einem Brief an ihre Schwester Marie von Sachsen. Sisi selbst war die agnze Zeit über sehr nervös, da sie Angst vor großen Menschenmassen hatte und bemerkte nicht einmal, das der Kaiser sich vielmehr mit ihr als mit Helene beschäftigte. Trotzdem war er ihr sympathisch. Am 17. August 1853 ging der Kaiser bereits zu seiner Mutter und machte Andeutungen sich gegen Helene und für Elisabeth zu entscheiden. Es gab einen großen Ball am Vorabend des Geburtstages an dem bereits erste Gerüchte über eine Verlobung mit Elisabeth aufkamen. Nach einem Ausfluge am nächsten Tag bat Franz-Joseph seine Mutter schließlich bei Ludovika um Sisis Hand anzuhalten, jedoch betonte er, das er verstehen könnte wenn sie ablehnen würde, da es doch eine Last wäre mit ihm verheiratet zu sein. Sophie trug Ludovika den Wunsch vor, die sehr erfreut darüber war und teilte es sogleich Sisi mit, die angeblich vor Freude geweint haben soll, jedoch gesagt hat: "Ich habe den Kaiser so lieb! Wenn er nur kein Kaiser wäre!". Wenn man Ludovika später darauf ansprach ob Sisi wirklich so glücklich war, sagte sie immer nur: "Dem Kaiser von Österreich gibt man keinen Korb!"
Der Irrtum der bösen Schwiegermutter ist also zumindest am Anfang der Ehe zurückzuweisen. Die Liebe auf den ersten Blick trifft zumindest für Franz-Joseph zu, bei Elisabeth weißman das sie durchaus Sympathien für ihn hatte, ob sie ihn wirklich so sehr geliebt hat bei der Verlobung, bleibt fragwürdig. Die Szene im Musical ist also zumindest was die Liebe auf den ersten Blick anbetrifft und der Zufallsverlobung, die eigentlich nicht geplant war, korrekt. Ob Elisabeths Vorstellung von dieser ehe wirklich so positiv waren ist auch nicht nachzuweisen, jedoch könnte man ihre Enttäuschung über die Vernachlässigung in den ersten Ehejahren an falschen Erwartungen und Hoffnungen erklären.
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