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Vater und Tochter im Musical Elisabeth

Wie steht Elisabeth zu ihrem Vater Herzog Max Joseph in Bayern? Und wie beeinflusst diese Beziehung ihr Leben?

von Anika Das Verhältnis Vater und Tochter im Musical Elisabeth Wer die Sissi-Filme gesehen hat, wird bei dem Namen Herzog Max gleich an den lebensfrohen und stets gut gelaunten Vater der Kaiserin Elisabeth denken und auch im Musical ist er der liebe Vater, der von seiner Tochter verehrt wird. Die Beziehung zwischen Elisabeth und ihrem Vater ist jedoch ziemlich schwierig. Man muss klar zwischen ihrer Kindheit und ihrem Leben danach als Kaiserin von Österreich differenzieren.
Ihre Jugend war unbeschwert da ihr Vater keine repräsentativen Verpflichtungen hatte oder in nur sehr geringem Maße. Sie tobte mit ihren Geschwistern über die Wiesen in Possenhofen und war die Lieblingstochter ihres Vaters. Max war zwar ein sehr schlechter Ehegatte dafür aber ein umso besserer Vater, selbst seine unehelichen Kinder sah er regelmäßig. Seiner Ehefrau brachte er Respekt entgegen, jedoch nie richtige Liebe. Er war ein sehr freiheitsliebender Mensch und reiste gerne und viel genau wie Sisi in ihren späteren Jahren. Dieser Freiheitsdrang und die lasche Erziehung wurden ihr in Wien jedoch zum Verhängnis. Dort war das Leben alles andere als locker: Das Spanische Hofzeremoniell, die strenge Schwiegermutter und die ganzen repräsentativen Verpflichtungen belasteten sie sehr. Ihr Vater war, wie im Musical, immer gegen die Hochzeit mit Kaiser Franz-Joseph. Er sah voraus, dass Sisi es nicht lange ertragen würde und er behielt Recht. Sie kränkelte doch sobald sie Wien verließ ging es ihr plötzlich wieder besser, kehrte sie heim fing alles wieder von vorne an.
Allerdings dürfte nicht nur der strenge Alltag zu hart für sie gewesen sein. Während ihrer Krankheiten konnte sie ihren Pflichten als Gattin nicht mehr nachkommen und erfuhr hinterrücks das Franz Affären hatte. Im Musical erfährt sie es bei dem Lied "Maladie". Dies verletzte sie tief und ihr Männerbild änderte sich. Sie sah auch ihren Vater jetzt nur noch als einen Mann, der seine Frau betrog und sie vernachlässigte. Auch wenn ihr vorher schon bekannt war, dass ihr Vater einige Mätressen und auch uneheliche Kinder hatte, sah sie dies nun ganz anders.
Nach ihrer langen Krankheit und ihren langen Aufentahlten Auf Madeira und Korfu fuhr sie nach einer Kur in Bad Kissingen zu ihren Eltern nach Possenhofen um die Rückkehr nach Wien noch einige Tage aufzuschieben. Hier traf sie nach langer Zeit ihre in Italien lebenden Schwestern Marie von Neapel und Gräfin Mathilde von Trani wieder. Ihre Schwester Marie war schwanger, allerdings nicht von ihrem impotenten Mann sondern von einem Offizier. Die Schwangerschaft wurde vertuscht und kam nicht an die Öffentlichkeit. Die Reaktionen von Max und Ludovika sind jedoch sehr interessant: Ludovika war entsetzt und schämte sich für ihre Tochter, half ihr jedoch. Max hingegen reagierte gelassen und soll gesagt habe: "Sowas passiert schon mal! Wozu also das Gegacker?". Während des Aufenthaltes der drei Schwestern gab es viel Aufruhr im Haus und Max störte sich an dem Getuschel und dem "Gegacker", wie er es nannte, sehr. Es gab einen Streit und alle drei mussten Possenhofen verlassen. Sehr zum Leidwesen von Ludovika, die sich sehr über die Anwesenheit ihrer Kinder gefreut hatte. Besonders dieser Streit enfremdete Vater und Tochter noch weiter. Schließlich hatte Max ihr eine ihrer Fluchtmöglichkeiten genommen und dieser Streit ließ keinen längeren Aufenthalt in der nächsten Zeit zu. Tatsächlich zog Sisi nach diesem Zwischenfall fast immer mit ihrem Gefolge in ein Hotel wenn sie ihre Familie besuchte, oder viel mehr ihre Mutter.
Zusammen bestätigten Max und Franz-Joseph sämtliche Vorurteile die Elisabeth von Männern hatte. Sie stellte sich jeden Mann so vor. Sicherlich gab es viele untreue Männer besonders zu der damaligen Zeit, jedoch war es aufgrund dieses Bildes, das von Franz und Max geprägt wurde, eine vertrauliche Beziehung zu einem Mann. Die einzige Beziehung, die man als vertraulich bezeichnen könnte, ist die zu den ungarischen Männern besonders Gyula Andrassy. Eine Affäre mit ihm ist jedoch nicht nachweisbar.
Die harmonische Beziehung zwischen Vater und Tochter bestand kaum noch. Elisabeth erschien nicht einmal zu seiner Beerdigung 1888.
Sie ähnelte ihrem Vater in so vielen Dingen. Selbst als die Beziehung noch so schlecht war ging sie weiterhin denselben Hobbies nach wie ihr Vater: Reisen, Zirkusbesuche (wann immer es zumindest möglich war) und das Wandern durch die Natur (was bei ihr schließlich zu Gewaltmärschen ausartete). Sisi war stets von Tieren umgeben egal ob es Hunde, Pferde oder Vögel waren, wie ihr Vater liebte sie Tiere. Die kennzeichnendste Eigenschaft ist wohl der Freiheitsdrang. Dieser wurde ihr in Wien zum Verhängnis. Max hatte dies vorhergesehen, da er erkannt hatte, dass seine Tochter das freie und ungezwungene Leben in Possenhofen liebte, genau wie er.






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