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Elisabeth ein Musical zwischen Realität und Fantasie
Wie weit stimmt das Musical mit der Realität überein?
von Anika
Viele, die das Musical kennen, haben sich sicherlich schon mal gefragt, war das alles wirklich so? Hatte diese Frau wirklich ein so tragisches Leben oder wurde es nur als Drama dargestellt um die Zuschauer zu locken? Die traurige Antwort ist, dass das Musical in den wesentlichen Punkten mit dem wahren Leben der Kaiserin übereinstimmt.
Zum Einstieg in das Musical berichten die Toten, die sie kannten, zusammen mit dem Selbstmörder Lucheni von Elisabeth und schließlich taucht auch der Tod höchstpersönlich auf und gesteht sich selbst ein, dass er sie geliebt hat. Diese Vorstellung ist natürlich der reinen Fantasie entsprungen, wie nicht schwer zu erraten ist. Allerdings ist die Rolle des Todes in Elisabeths wirklichen Leben als ihre Todessehnsucht zu verstehen. Sie fühlte sich in Wien schon nach kurzer Zeit nicht mehr wohl und wollte ihre Freiheiten wieder zurück, die sie in Possenhofen hatte. ("Ich gehör nur mir")
Sie vermisste ihre Familie und war enttäuscht von ihrer Ehe, da ihr Mann kaum Zeit mit ihr verbrachte (ihre Vorstellungen von der Ehe sind in dem Lied "Nichts ist schwer" gennant: Ich werd mich in deinen Augen sehen, ich reis mit dir um die ganze Welt! Will mit dir am Abend stehen, Hand in Hand und mit dir über weiße Strände gehn! Grenzenlos weit, schrankenlos weit) und ihre Schwiegermutter sich strikt an das Spanische Hofzeremoniell hielt und auch dies von Elisabeth verlangte. Die wichtigste Pflicht Elisabeths, war aus Sicht von Sophie, einen Thronfolger zu gebären. Im Musical wird das in dem Lied "Eine Kaiserin muss glänzen" deutlich wo Sophie singt: "Eine Kaiserin muss glänzen im Bewusstsein ihrer Pflichten. Muss die Dynastie ergänzen und verzichten." So ungefähr hat auch die Realität ausgesehen, nur das Sophie nicht immer die böse Schwiegermutter war, wie sie im Musical dargestellt wird. Es ist jedoch auch nicht ausgedacht, sondern lediglich die dargestellte Sicht Elisabeths, wie sie ihre Schwiegermutter empfand. Aus Sophies Tagebuch geht hervor, das sie immer nur das Beste für Elisabeth und Franz-Joseph wollte.
Wie schon gesagt, sah Elisabeth das ganz anders. Für sie war ihre Schwiegermutter wie eine Tyrannin, besonders weil sie ihr ihre Kinder wegnahm ("Die ersten Ehejahre"). Sie redete auf ihren Mann ein, der dann auch seine Mutter überzeugen konnte die kleine Sophie aufeine Reise mitzunehmen. Alles klappte wunderbar und auf der nächsten Reise nach Ungarn setzte Elisabeth ein weiteres Mal durch das Sophie und diesmal auch die jüngere Gisela mitdurften. Beide erkrankten udn während Gisela schnell wieder gesund war, kämpfte Sophie mitdem Tod und starb mit nur 2 Jahren 1857. Sophies Tod stürzte Elisabeth in eine schlimme Verzweiflung, diese ist auch im Musical mit dem Lied "Die Schatten werden länger (slow)" gezeigt. Sie wurde depressiv und hatte ihr bisher erlangtes Selbstbewusstsein komplett verloren. Sie ließ alles so machen, wie die Erzherzogin es wollte und widersetzte sich nicht mehr, auch die Erziehung Giselas überließ sie nun ganz Sophie.
Die Geburt des Thronfolgers Rudolph wird im Musical gar nicht behandelt, allerdings wird später gezeigt wie sehr er seine Mutter vermisst, da sie ihre Kinder nicht mehr so oft besuchte, und aus diesem Grunde die Gesellschaft des Todes sucht. Er ist ein sehr sensibles Kind und seiner Mutter ähnlicher als man denkt, besonders im Lied "Wenn ich dein Spiegel wär" wird dies zum Ausdruck gebracht.
Seine Großmutter hatte einen besonders strengen Erzieher für ihren Enkel auserwählt, der das Kind quälte. Als Elisabeth das erfuhr, griff sie dann doch in die Erziehung ihrer Kinder ein und stellte Franz Joseph ein Ultimatum, das im Musical folgender Maßen lautet:
"Ich habe ein förmliches Ultimatum aufgesetzt. Wenn du mich nicht verlieren willst, erfüll' es. Ich möchte selbst über die Erziehung meiner Kinder bestimmen. Und von nun an will ich entscheiden, was ich tue und lasse. Lies mein Schreiben und entscheide dich: Für deine Mutter oder mich. Und jetzt lass mich allein!"
Dieses Ultimatum gab es wirklich mit ähnlichem Wortlaut. Es war ihr Befreiungsschlag. Sie setzte einen neuen Erzieher für Rudolph ein und nahm sich mehr Freizeit, die sie unter anderem auch für Reisen nutzte, besonders liebte sie Ungarn. Für dieses Land griff sie selbst einmal in die Politik ein und überredete Franz-Joseph gewissermaßen sich zum König krönen zu lassen. Was er auch 1867 tat, als eine gewisse Belohnung ließ sie zu das er sie ein weiteres Mal schwängerte, da sie nämlich na Rudolphs Geburt sehr kränklich war und nach Madeira zur Kur fuhr (im Musical wird dieser Aufenthalt, wegen einer Geschlechtserkrankung (Lied: "Maladie") erklärt, die tatsächlich von Historikern vermutet wird, jedoch nicht bewiesen werden kann), war eine Schwangerschaft nicht möglich und von ihr auch nicht gewollt. Die Krönung zum König und zur Königin von Ungarn wird in dem Lied "Eljen" präsentiert, wo sich das Kaiserpaar von den Ungarn feiern lässt. Die Geburt Marie-Valeries 1868 und die angebliche Affäre mit dem Grafen Gyula Andrassy wird überhaupt nich erwähnt, obwohl beide eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielten auch wenn die Affäre ebenfalls nicht bewiesen werden kann.
Desweiteren wird im Lied "Unsre Kaiserin soll sich wiegen" ihr Schönheitsdrang repräsentiert. Auch der Freitod ihres Sohnes ist dargestellt, jedoch wird hier Mary Vetsera mit keinem Wort erwähnt, in Gedenken an sie tragen alle Todesengel und der Tod ein schwarzes Kleid um darzustellen, dass sie ihn in den Tod begleitete, hier tut es dann der Tod. Nach dessen Tod wurde Elisabeth erst recht rastlos ("rastlose Jahre") und resite mehr als jemals zuvor, man sah sie fast gar nicht mehr in Wien. Um ihr schlechtes Gewissen gegenüber ihrem Mann zu verdrängen, "organisierte" sie ihm eine Freundin. Ihr Name war Katharina Schratt und sie war Schauspielerin am Burgtheater. Elisabeth unterstützte deren Beziehung wo sie nur konnte und zeigte sich mit Katharina in der Öffentlichkeit, damit sie als Freundin der gesamten Familie galt. Auch dies wurde im Musical weggelassen, wahrscheinlich weil es keinen allzu großen Einfluss auf Elisabeths Leben hatte, das ja schließlich dargestellt werden soll und nicht das ihrer Familie.
Ihr Tod ist im Musical relativ wahrheitsgetreu dargestellt, der Anarchist Lucheni tötet sie mit einer Feile am Genfer See und traf sie direkt ins Herz, allerdings verstarb sie erst als man sie schon zurück ins Hotel gebracht hatte.
Lucheni führt uns durch die gesamte Handlung des Musicals und kennt ihr Leben perfekt, allerdings ist klar das sie sich im wirklichen Leben vorher nie begegnet waren und sein eigentliches Opfer sollte auch der Prinz von Orleans sein, der seine Reisepläne jedoch geändert hatte. In seiner Wut erstach er Elisabeth als er gehört hatte, das sie sich in Genf befand.
Musical und ihr wahres Leben unterscheiden sich also kaum. Da vieles nicht eindeutig belegt werden kann und es nur Vermutungen gibt, konnte man sich gewisse künstlerische Freiheiten erlauben. Aus der Fantasie stammt eigentlich so gut wie nichts, außer die Figur des Todes. Die Fakten die weggelassen wurden, wurden wahrscheinlich aus Zeitgründen und der Wichtigkeit nach ausgelassen. Schließlich wollte man ein abgerundetes Stück haben. Wie man sieht ist es auch ein großer Erfolg geworden.
Copyright Bilder: Wikipedia und Stage Entertainment)
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