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Der Tod als Freiheitsretter im Musical Eliabeth

Elisabeths große Liebe

von Conny Schmidmeier Der Tod als Freiheitsretter im Musical Eliabeth Schönheit - braune lange lockige Haare, durchdringende leuchtend braune Augen und ein Körper von dem die meisten Frauen wohl träumen würden. Intelligenz - sie schafft es Worte in Poesie zu verwandeln, sie studiert verschiedene Sprachen und wird so zu einer Volksikone. Liebe - vergöttert von dem österreichischen Kaiser Franz Joseph, der sie heiraten will und zur Kaiserin macht. So scheint, dass Leben der Kaiserin Elisabeth. Doch betrachtet man das Musical, bemerkt man, dass nicht alles was wahr zu scheint, es auch tatsächlich ist. Mehr Schein als Sein. Denn wie kann es sein, dass sich eine scheinbar glücklich verheiratete junge Frau, dem Tod emotional näher fühlt als ihrem eigenen Ehemann ? Anfänglich scheint der Liebe nichts im Wege zu stehen. Sie heiraten, alles scheint, ein Traum wäre wahr geworden, doch der Tod spürt schon hier, dass Elisabeth bald sich in ihrer Sozialstruktur gefangen fühlen wird und sich versuchen wird zu befreien. Doch gibt es mehr Freiheit als im Tod? Er weiß von Anfang an, dass er als geheimnisvoller "schwarzer Prinz" letztendlich der sein wird, der Elisabeth für sich gewinnen wird und ihr die Freiheit schenken wird. Doch Elisabeth wehrt sich dagegen. Sie will kämpfen, denn sie ist stark. Und ihre Liebe zu Franz Joseph stärkt sie nur noch mehr. Allerdings ist Franz Joseph, einer der als "guter Fang" bezeichnet wird? Zugebeben politisch hatte er es damals schwer. Sein Land war geprägt von Revolutionen, das Bild der Monarchie musste beibehalten werden und dann war da auch noch seine Mutter Sophie. Eine herrschsüchtige, verbitterte Frau, die die volle Kontrolle über ihren Sohn hatte und keine andere Frau im Herzen Franz Josephs duldete. Er wurde wie eine Marionette erzogen und genau so verhielt er sich in Fragen der Politik, aber auch in der Liebe.
Das er seiner wilden Frau nichts zu bieten hat, ist eigentlich von Anfang an klar. Dennoch heiraten sie. Hoffen beide es würde gut gehen. Ein Happy-End für die Liebe und das Leben nehmen. Doch je länger die Ehe dauert, desto mehr zieht sich Elisabeth zurück. Sie wird vom Tod verführt, doch zum "Finale" kommt es nicht. Sie widersteht der Versuchung, denn noch hat das Leben für sie genug reizvolle Aspekte. Allerdings scheint es so, sie würde in einer Art Traumwelt leben. Ihre Kinder interessieren sie nicht mehr. Mit den Lebenden kann sie nichts anfangen und so beschäftigt sie sich mit dem Geist Heinrich Heines und ihres Vaters, der sie darauf aufmerksam macht, dass sie ein Nichts ist. Weder tot noch lebendig und völlig emotionslos. Als jedoch ihr Sohn Rudolf, ein Revolutionär, stirbt - dem Tod, der ihn schon sein ganzes Leben lang begleitet und als Freund zu Seite steht, folgt und das Leben hinter sich lässt, zerbricht für die Kaiserin ihre "heile Traumwelt". Sie wirft sich dem Tod an den Hals, ruft nach ihm, denn sie kann nicht mehr. Der Tod, jahrelang versucht er sie zu verführen, und jetzt wo er so nahe an seinem Ziel, verneint er jedoch. "So will ich dich nicht.", meint er. Er will eine entschlossene, starke Elisabeth bezwingen und keine vom Hass und Trauer Zerfressene. So beschließt die Kaiserin weiter zu machen. Sie schließt mit ihrem Leben ab, ihr wird klar, dass es im Leben nur einen Mann gibt, den sie geliebt hat, doch ihre Liebe hat - wie so oft - keine Chance. Denn "manchmal ist Liebe eben nicht genug". Und so lebt sie weiter. Doch die Jahre prägen sie. Elisabeth wird krank, reist von einem Fleck der Erde zum Anderen und findet einfach keine Ruh. Am 09.September 1898 erreicht sie Genf und entdeckt dort die Verkörperung des Todes Luigi Lucheni. Er stach mit einer Feile auf sie ein und versetzte so seinem Opfer, der Kaiserin Elisabeth, nur kleine Stichwunden, die zunächst jedoch unbemerkt blieben. Elisabeth starb allerdings noch am selben Tag. Kleine Stichwunden? Ein Symbol für all die Pein, die sie erleiden musst und jetzt als Erlösung dienten. Der Tod hatte sich geholt, was er wollte. Nach jahrelangen "Kampf" schenkt er seiner Elisabeth die Freiheit. Der Tod als Symbol der Freiheit und des Lebens - selten wird er so verwendet, doch für Elisabeth war er es.



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