Verwandte Artikel:
Sweeney Todd, the Demon Barber of Fleet Street
Sweeney Todd: Der Film

Ticketempfehlungen:
Tanz der Vampire Stuttgart
König der Löwen Hamburg
Wicked Oberhausen
We Will Rock You Stuttgart
Tarzan Hamburg
Musical Noten
Buddy Holly Musical

Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street

Der Film zu dem Musical

von Angelika

Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street Originaltitel: Sweeney Todd - The Demon Barber of Fleet Street

Musical/Horror - USA 2007
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren - 116 Min. - Verleih: Warner

Im Kino seit 21.02.2008



Musical von Stephen Sondheim und Hugh Wheeler

Nach einer Geschichte von Thomas Pecket Prest (1846) und dem darauf basierenden Bühnenstück von Christopher Bond

Regie: Tim Burton
Drehbuch: John Logan
Kamera: Dante Spinotti, Dariusz Wolski
Schnitt: Chris Lebenzon
Musik: Stephen Sondheim
Produktionsdesign: Dante Ferretti, Francesca Lo SChiavo
Kostüme: Colleen Atwood

Darsteller:

Sweeney Todd: Johnny Depp
Mrs. Nellie Lovett: Helena Bonham Carter
Judge Turpin: Alan Rickman
Beadle: Timothy Spall
Pirelli: Sacha Baron Cohen
Anthony Hope: Jamie Campbell Bower
Lucy: Laura Michelle Kelly
Johanna: Jayne Wisener
Toby Ragg: Ed Sanders

Zum Film:

London im 19. Jahrhundert

Nach 15 Jahren unschuldig in Haft kehrt der Barbier Benjamin Barker (Johnny Depp) nach London zurück. Er nennt sich jetzt 'Sweeney Todd' und hat Rache im Sinn - an dem skrupellosen Richter Judge Turpin (Alan Rickman) der ihm einst Frau und Tochter nahm und ihn selbst wegsperren ließ...

Sweeney Todd sucht sein ehemaliges Haus an der Fleet Street auf, dass jetzt die Pastetenbäckerin Mrs. Nellie Lovett (Helena Bonham Carter) bewohnt. Sie verliebt sich sogleich in den zwar totenbleichen, aber noch immer attraktiven Barbier und nimmt ihn bei sich auf. Im ehemaligen Gemach seiner Frau, darf Sweeney Todd von nun an wieder sein Barbierhandwerk praktizieren.

Von Mrs. Lovett erfährt er, dass seine Frau sich damals umbrachte und seine Tochter Johanna verschwunden sei. Dass sie noch bei Richter Turpin lebt ahnt er zunächst nicht. Dieses Geheimnis wird dann von Sweeney's Kameraden, dem jungen Seemann Anthony (Jamie Campbell Bower) aufgedeckt, der sie am Fenster des Richterhauses entdeckt, er verliebt sich in sie und plant eine Entführung bzw. Befreiung.

Unterdessen nimmt Sweeney an einem öffentlichen Barbierwettstreit gegen den arroganten Barbier Pirelli (Sacha Baron Cohen) teil und schlägt diesen. Wütend über die Schmach, erscheint Pirelli eines Tages bei Sweeney um diesem mitzuteilen, dass er ihn als Konkurrent nicht akzeptiert und ihn außerdem aus alten Zeiten erkannt habe...

Bevor er geht, läßt er sich allerdings von Sweeney noch eine Rasur verpassen, seine letzte. Sweeney Todd nutzt die Gunst der Stunde und Pirelli wird sein erstes Opfer. Als Mrs Lovett die Bluttat entdeckt ist sie kaum überrascht, sondern schlägt ihrem Untermieter vor die Leiche in ihren Pasteten zu verarbeiten. Pirelli's Handlanger, den Jungen Toby nimmt sie vorerst als ihren eigenen Gehilfen bei sich auf. Allerdings hatte sie nicht damit gerechnet, dass Sweeney's Mordlust immer mehr ausartet und bald schon keine Kundenkehle mehr vor seiner scharfen Klinge sicher ist...im Keller der Pastetenbäckerin stapeln sich bald schon die Leichen, während das Schicksal seinem makabren und blutigen Ende entgegensteuert....

Meine Meinung:

Also ich kannte das Musical (Grusical) vorher überhaupt nicht und irgendwie wirkte es auf mich wie ein gesungener Horrorfilm. Das die meisten Texte gesungen werden, verleiht dem Film aber zusätzlich einen Hauch Mystic, obwohl die Gesänge selbst, mich nicht berührten, denn es ist immer irgendwie in der gleichen Tonart, eine Art Singsang, was den Darstellern wirklich keine große Stimmleistung abverlangte, aber dadurch haben sie es wohl auch sehr gut hinbekommen.

'Johanna's' (Jane Wisener) Stimme fand ich ziemlich piepsig und nervig, passte gar nicht zu dem Mädchen...aber vielleicht zu dem gefangenen 'Vögelchen' dass sie darstellen sollte...

Johnny Depp und Helena Bonham Carter sind aber klasse in ihren Rollen, sie wirken wie blutleere Vampire von düsterer Schönheit und man erwartet fast, dass sie ihre Opfer schon vorher aussaugen. Die düstere Atmosphäre, Kostüme und Ausstattung des Filmes sind wirklich brillant, im Grunde auch die Handlung, aber irgendwann wird es einem dann doch zuviel mit der Kehlenaufschlitzerei und Bluterei, und driftet immer tiefer ins Makabre ab, bis hin zum brutalen Ende...

Aber trotz aller Düsternis, gibt es auch einige amüsante Momente, z.B. der Wettstreit der Barbiere, oder Mrs. Lovett's coole Art Pasteten anzupreisen über die schon Kakerlaken krabbeln und die skurrile Art von Sweeney Todd sich seiner Kunden zu entledigen, indem er eine Konstruktion in den Barbierstuhl einbaut, die Letzteren nach hinten kippen läßt, während sich im Boden eine Klappe öffnet und die Leichen in einen Kellerschacht stürzen wo ein riesiger Fleischwolf auf die Verarbeitung wartet...das hatte wirklich was von 'sehr schwarzem Humor'. Sogar ein Motiv von 'Hänsel und Gretel' scheint dabei zu sein, als Sweeney Mrs. Lovett am Ende in den großen Backofen stößt...

Es wird auch schonmal behauptet, dass der Barbier Sweeney Todd im 18. Jahrhundert wirklich existierte und 160 Menschen umbrachte, doch allgemein geht man von einer fiktiven Figur aus, die der Schriftsteller Thomas Peckett Prest mit seiner Geschichte 'The String of Pearls' 1846 erschuf, woraus schon ein Jahr später ein Bühnenstück entstand mit dem Titel: 'The Demon Barber of Fleet Street'. Es wurde mehrfach verfilmt und auch als Theaterstück aufgeführt, (Theaterautor Christopher Bond aber baute erst 1973 die Rachegeschichte ein) 1979 wurde Stephen Sondheim auf das Stück aufmerksam und machte daraus ein Musical. Uraufführung 1. März 1979
Fazit: Die Machart des Filmes ist wirklich aufwändig und die düstere Atmosphäre erzeugt doch eine Art Faszination beim Zuschauer. Allerdings sollte man sich nicht vor Filmblut scheuen, denn davon fließt ab etwa Mitte des Filmes reichlich.
Die Lieder, bzw. Musik wirkt dazu fast seicht und leicht und scheint einem suggerieren zu wollen, dass das alles doch gar nicht so schlimm ist...
Nachhaltig blieb mir davon aber leider nichts im Ohr, aber ich werde mir den Film auf jeden Fall später nochmal auf DVD ansehen und vielleicht denke ich dann anders...


Copyright Bilder: Wikipedia