|
|
|
Verwandte Artikel:
Musicalcastings Kritik Ticketempfehlungen:
Tanz der Vampire Stuttgart
König der Löwen Hamburg
Wicked Oberhausen
We Will Rock You Stuttgart
Tarzan Hamburg
Musical Noten
Buddy Holly Musical
|
Musicalstars gesucht
Eine neue TV-Castingwelle?
Von Vanessa Meyer
Ob "Ich Tarzan, du Jane" oder "Musical-Showstar 2008" - auch Musicaldarsteller werden nun in Castingshows gesucht. Ist das wirklich gutzuheißen? Soll wirklich das Interesse an Musicals wachgerufen werden oder ist es nur die Orientierung eines bewehrten Konzepts in eine andere Richtung, da das Casten eines Pop- oder Superstars langsam aber sicher an Begeisterung beim Fernsehzuschauer verliert?
Sicher ist es erfreulich, dass man bei diesen Musicalcastings auf Namen wie Pia Douwes, Uwe Kröger und Alexander Goebel stößt, die als fantastische Sänger und Akteure im Gedächtnis geblieben sind. Mit großer Erleichterung kann weiterhin festgestellt werden, dass bei diesen Castings Wert auf konstruktive Kritik und das wirkliche Suchen von Talenten gelegt wird. Hier geht es nicht - wie man das leider aus Castingshows wie DsdS gewohnt ist - um das Verunglimpfen und Beleidigen von Teilnehmern zur Belustigung der Zuschauer. Es wird ein klares Ziel gesteckt: die männliche und weibliche Hauptrolle in einem Musical. Hier lockt kein Plattenvertrag, der einem Sänger / einer Sängerin nichts mehr bringt, da ihn nach den Shows niemand mehr sehen oder hören will.
Doch gehören solche Castings wirklich ins Fernsehen?
Eine professionelle Jury, die als Aktive/r oder auch Verantwortliche/r Erfahrung mit Musicals und der Anforderung an Darsteller/innen haben, wählen die Besten aus. Der Zuschauer wählt nun wie gewohnt per Telefonabstimmung seinen Favoriten in die nächste Runde. Dient das wirklich der Sache? Bei den verbliebenen Teilnehmern handelt es sich um die Besten. Viele von ihnen haben eine professionelle Musicalausbildung genossen. Unterschiede können auf diesem Niveau wohl nur von den Experten und den Kennern des entsprechenden Musicals festgestellt werden - aber wohl kaum vom "einfachen" Publikum. Von diesem wird wohl eher nach der goldenen Regel der Castingshows entschieden: "Der / die sieht süß aus, den / die wähle ich." Trotz des Mitspracherechts der Jury ("Ich Tarzan, du Jane") können Teilnehmer, die die Jury der Aufgabe dann doch als nicht gewachsen erachtet, mit entsprechender Zuschauerunterstützung problemlos bis ins Finale gewählt werden. Ich wage zu bezweifeln, dass dies dem Sinn und Willen der Verantwortlichen für die letztendliche Show entspricht.
Im Endresultat ist wohl zu sagen, dass der Fokus auf Musicals und die Masse an Talenten,
die es in Deutschland dafür gibt, begrüßens- und unterstützenswert ist. Vielleicht sollte dem Zuschauer aber diese Entscheidungsgewalt genommen und nach professionellen Kriterien entschieden werden. Dies wird den Liebhaber der Castingshows vielleicht vor den Kopf stoßen. Im routinierten Ablauf eines Musicalcastings wird schließlich auch allein von einer Jury und nicht dem deutschen Publikum entschieden.
|
|
|
|
|