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Die Schöne und das Biest
Gesamtüberblick
von Frederike Kugelmann
- 1. Einleitung
- 2. Handlung des Musicals
- 3. Vergleiche der Aufführungen am Broadway, in Österreich und in Deutschland
- 3.1 Die Spielorte Stuttgart, Oberhausen und Berlin
- 4. Die Musik
- 5. Die Premierenbesetzungen
- 6. Der Zeichentrick-Klassiker
- 7. Der Ursprung der Geschichte
1. Einleitung
Das Musical "Die Schöne und das Biest" wurde von der Autorin Linda Woolverton, den Librettisten Howard Ashman und Tim Rice sowie dem Komponisten Alan Menken in Anlehnung an den gleichnamigen Walt Disney Zeichentrickfilm abgefasst.
Im April 1994 feierte das Stück unter der Regie von Robert Jess Roth am Palace Theatre auf dem Broadway in New York seine Weltpremiere. Bis heute haben etwa 25 Millionen Menschen in 13 Ländern das Musical gesehen.
2. Handlung des Musicals
Der etwas unbedarfte Erfinder Maurice lebt mit seiner Tochter Belle in einfachen Verhältnissen in einem kleinen französischen Dorf. Belle hat in dem arroganten Jäger Gaston einen Verehrer gefunden, interessiert sich jedoch ausschließlich für die Literatur. Die Bücher helfen ihr, aus ihrem tristen Dasein zu entfliehen, wodurch sie von den anderen Dorfbewohnern als seltsam angesehen wird. Maurice wird durch seine Erfindungen ebenfalls als ein Sonderling angesehen. Seine jüngste Erfindung, die er auf dem Markt verkaufen möchte, soll ihm und seiner Tochter ein besseres Leben ermöglich. Er tritt die Reise zum Handelsplatz an, kommt jedoch vom Weg ab und verirrt sich im tiefen Wald. Schließlich muss er vor hungrigen Wölfen fliehen und er findet seine letzte Rettung in einem verborgenen Schloss. In diesem lebt ein verwunschener Prinz, der seine Existenz durch den Bann einer Zauberin als ein schreckliches Biest fristen muss. Nur die wahre Liebe könnte den Zauber lösen, der auf dem Prinzen sowie den anderen Schlossbewohnern liegt. Als das Biest Maurice in seinem Schloss entdeckt, sperrt es ihn in sein Schlossverlies.
In der Zwischenzeit versucht Belle dem immer aufdringlicher werdenden Gaston zu entfliehen. Sie möchte Rat bei ihrem Vater suchen, entdeckt jedoch, dass dieser niemals auf dem Markt angekommen ist und macht sich auf die Suche nach ihm. Ihre Suche führt sie nach geraumer Zeit ebenfalls zu dem Schloss des Biestes. Um ihren Vater aus dem Verlies zu befreien, schlägt sie dem Biest einen Tauschhandel vor: Ihr Leben für das ihres Vaters. Das Biest ist mit dem Vorschlag einverstanden. Er lässt Maurice gehen und behält Belle. Zurück im Dorf eilt Maurice sofort zu Gaston und bittet diesen um Hilfe, seine Tochter aus den Fängen des Biestes zu befreien. Gaston glaubt ihm jedoch kein Wort, sondern verlacht den alten Mann.
Belle soll nicht im Verlies leben, sondern sich im Schloss wie zu Hause fühlen, weswegen Haushofmeister von Unruh und Kammerdiener Lumiére ihr das gesamte Schloss zeigen. Aber sie zeigen ihr nicht alles, der Westflügel ist für sie verboten. Neugierig geworden, entschlüpft Belle ihren beiden Betreuern und besichtigt den Westflügel, wobei sie jedoch vom Biest erwischt wird. Erschrocken über seine zornige Reaktion, dass sie sein Verbot missachtet hat, flieht sie in den Wald und wir von wilden Wölfen angegriffen. Das Biest kommt ihr zu Hilfe und rettet ihr das Leben, wird jedoch bei dem erbitterten Kampf mit den Wölfen schwer verletzt. Belle kehrt mit ihm zum Schloss zurück und versorgt seine Wunden, wobei die beiden ein erstes ruhiges Gespräch entwickeln. Nach und nach kommen sie sich immer näher und das Biest schöpft doch noch Hoffnung, dass Belle vielleicht seinen Fluch aufheben könnte. Aber Belle ist nicht richtig glücklich, da sie sich um ihren Vater sorgt.
Schließlich erfüllt das Biest Belle ihren Wunsch ihren Vater zu sehen, mit Hilfe eines magischen Spiegels. Belle sieht, dass ihr Vater geschwächt und krank ist. Das Biest gibt Belle den magischen Spiegel und lässt sie ziehen, damit sie ihrem Vater helfen kann, obwohl er weiß, dass er damit seine letzte Möglichkeit verspielt hat, wieder zu einem Menschen zu werden.
Belle kehrt in das Dorf zurück und pflegt ihren Vater gesund. Gaston hat unterdessen einen neuen Plan entwickelt, wie er Belle zur Frau bekommen kann. Er versucht sie zur Ehe zu erpressen, indem er ihr droht, den angeblich verwirrten Maurice einsperren zu lassen, da er von einem Biest erzählt hat. Daraufhin zeigt Belle Gaston mit Hilfe des magischen Spiegels das Biest in seinem Schloss, um zu beweisen, dass ihr Vater nicht verrückt ist. Als Gaston das Biest erblickt, plant er einen Sturm auf das Schloss, um das Biest zu töten.
Es kommt zu einer finalen Konfrontation zwischen dem Biest und Gaston. Gaston gelingt es schließlich das Biest mit einem Messer lebensgefährlich zu verletzen, stürzt dabei jedoch vom Schlossturm in die Tiefe. Das sterbende Biest sinkt in Belles Arme und gesteht ihr seine Liebe. Als er stirbt, gesteht auch Belle ihre Liebe und der Bann der Zauberin ist endlich gebrochen. Das Biest verwandelt sich zurück in einen Menschen und bekommt ein neues Leben geschenkt. Auch die anderen Schlossbewohner nehmen wieder ihre menschliche Gestalt an und schließlich heiratet Belle ihren Prinzen.
3. Vergleiche der Aufführungen am Broadway, in Österreich und in Deutschland
"Die Schöne und das Biest" ist Disneys erfolgreichstes Musical am Broadway. Seit 1994 begeistert die romantische Liebesgeschichte das Publikum. Das Musical wurde für Neun Tony Awards nominiert, unter anderem in den Kategorien "Bestes Musical", "Bestes Buch" und "Beste Regie" und gewann 1998 den britischen "Musical-Oskar".
Das Kreativ-Team entwickelte eine bewegende Bühnen-Version des Filmes, deren Schwerpunkt auf der Emotionalität der Geschichte liegt. Die musikalische Überarbeitung übernahmen Alan Menken, welcher bereits die Filmmusik komponiert hatte und Tim Rice, welcher das Libretto verfasste. Acht zusätzliche Kompositionen ergänzen die Filmmusik bei dem Musical.
Die deutschsprachige Uraufführung des Stückes fand 1995 am Raimund Theater in Wien statt, wo Ethan Freeman die Hauptrolle des "Biestes" verkörperte. 1996 übernahm schließlich Steve Barton die Hauptrolle und kam aus diesem Grund nach mehr als 12 Jahren wieder nach Wien zurück. Caroline Vasicek spielte neben diesen beiden die Rolle der "Belle". 1997 fand nach einer Laufzeit von 22 Monaten die letzte Vorstellung dieses Musicals in Wien statt.
In Deutschland wurde das Bühnenwerk bisher in der Stuttgarter-Musical-Hall, im Metronom-Theater Oberhausen und im Berliner Theater am Potsdamer Platz aufgeführt.
3.1 Die Spielorte Stuttgart, Oberhausen und Berlin
In Stuttgart verkörperte Uwe Kröger die Rolle des "Biestes" und ihm zur Seite stand Leah Delos Santos als "Belle". 1997 war die Uraufführung und 2000 fiel der letzte Vorhang der deutschen Stella-Produktion, da das Stück trotz Komiker-Gaststar Dirk Bach als "von Unruh" mit schwindenden Besucherzahlen zu kämpfen hatte, obwohl das Stück wirklich sehenswert ist. Unter anderem durch die Kulissen, die einem aufgeschlagenen dreidimensionalen Märchenbuch ähneln, durch die spektakulären Spezialeffekte bei der Entzauberung des "Biestes" und durch den Flammenwerfer "Lumiéres". Auch die aufwändigen Kostümen und die Musik Alan Menkens machen das Stück absolut sehenswert.
Ein möglicher Grund für das Ausbleiben des Publikums kann es sein, dass das Stück kein breites Zielpublikum besitzt: für Kleinkinder ist es nicht geeignet, da es eine sehr lange Spielzeit hat, teilweise recht düster und brutal ist und von Erwachsenen könnte es als zu kitschig angesehen werden.
In Oberhausen bekam Leah Delos Santos, die erneut "Belle" verkörperte mit Yngve Gasoy-Romdal ein neues "Biest" an ihre Seite gestellt. Die Inszenierung war nicht mehr genau wie in Stuttgart die original Broadway-Inszenierung, sondern eine etwas "leichtere" Version des Stückes. Das Schloss des Biestes dominierte nicht mehr die ganze Bühne, es wurde aufgeteilt in kleinere Schlosselemente, die sich auf einer Drehbühne zu den unterschiedlichen Räumen des Schlosses formierten. Auch die Kostüme waren etwas schlichter gehalten.
Welche Version - ob Stuttgart oder Oberhausen – den Zuschauern besser gefällt, muss der persönliche Geschmack entscheiden. Das Ensemble in Oberhausen wurde durch den Komiker Ingolf Lück verstärkt, der die Rolle des "Lumiére" übernahm und auch das restliche Ensemble zeigte wunderbare Leistung. Die Veränderung der Inszenierung wurde weiterhin durch ein neues Lied versüßt, dass "Belle" im 2. Akt erstmalig in deutscher Sprache singt. In diesem Lied ("Wandel") geht es um ihre entfachte Liebe zu dem Biest.
Trotz der gelungenen Umsetzung gab es erneut die gleichen Probleme wie in Stuttgart, wenn es um die Frage nach dem Zielpublikum geht.
In Berlin löste die Geschichte des verwunschenen Prinzen die "Blue Man Group" im März 2007 ab. Das Theater am Potsdamer Platz freute sich über eine gelungene Premiere des Familien-Musicals. Was die Inszenierung betrifft, so wurde weiterhin die leicht veränderte Version des Stückes aufgeführt, die sich zuvor schon in Oberhausen bewährte. Erneut konnten Leah Delos Santos und Yngve Gasoy-Romdal für die Rollen der "Belle" und des "Biestes" gewonnen werden, worüber sich das Publikum begeistert zeigte.
4. Die Musik
Die Musik des Stückes arrangierte das Komponistenduo Alan Menken und Howard Ashman. Beiden hatten in den 80er und 90er Jahren den Ruf als erfolgreichste Musical- und Filmkomponisten.
Alan Menken erhielt 1994 für seine "Die Schöne und das Biest"-Musik eine Tony Award Nominierung sowie den Torontos Dora Award. Da Howard Ashman 1991 starb, erlebte er diese Ehre leider nicht mehr.
Die zusätzlichen Texte für die Broadway-Adaption des Filmes schrieb Tim Rice, der zuvor schon mit Größen wie Andrew Lloyd Webber sowie Elton John arbeitete.
5. Die Premierenbesetzungen
Rolle - New York - Wien - Stuttgart - Oberhausen - Berlin
Das Biest Terrence Mann - Ethan Freeman - Kevin Tarte / Uwe Kröger - Yngve Gasoy-Romdal - Yngve Gasoy-Romdal
Belle Susan Egan - Caroline Vasicek - Leah Delos Santos - Leah Delos Santos - Leah Delos Santos
Lumiére Gary Beach - Viktor Gernot - Viktor Gernot - Ingolf Lück - Uli Scherbel
Madame Pottine Beth Fowler - Rosita Mewis - Cornelia Drese - Barbara Raunegger - Barbara Raunegger
Von Unruh Heath Lamberts - Heinz Zuber - Horst Krüger - Claus Dam - Claus Dam
Gaston Burke Moses - Kevin Tarte - Marc Dalio - Kevin Kraus - Kevin Kraus
Lefou Kenny Raskin - Eric Minsk - Werner Bauer - Bernd Julius Arends - Bernd Julius Arends
Babette Stacey Logan - Anne Mandrella - Deborah Shrimpton-Preuss - Natacza Soozie Boon - Natacza Soozie Boon
Madame de la Grande Bouche Eleanor Glockner - Marika Lichter - Tersia Potgieter - Tersia Potgieter - Tersia Potgieter
Maurice Tom Bosley - Rudolf Wasserlof - Heiner Dresen - Tamas Ferkay - Daniel Coninx
6. Der Zeichentrick-Klassiker
Ende der 80er Jahre wurde die Zeichentrickverfilmung der romantischen Geschichte realisiert. Für Musik, Buch und Text wurden Alan Menken, Howard Ashman und Linda Woolverton engagiert. Ashman entwickelte das verwunschene Personal und flocht die Rolle des Gaston in die Geschichte ein. Woolverton ist es zu verdanken, dass "Belle" sehr mutig, eigenständig und stark dargestellt wird. 1991 feierte der Film seine traumhafte Premiere. Erstmals in der Oscarhistorie wurde mit diesem Film ein Zeichentrickfilm in der Kategorie "Bester Film" nominiert. Ferner wurde der Film mit dem Oscar für die "Beste Filmmusik" und dem Golden Globe als "Beste Komödie" ausgezeichnet.
7. Der Ursprung der Geschichte
Die literarischen Wurzeln der Geschichte von dem Biest und der Schönen reichen bis in die griechische Mythologie und die römische Dichtung zurück. Im Laufe der Zeit wurden die Erzählungen verändert und durch diverse Nebenhandlungen und moralische Werte erweitert. Als Vorlage für Filme und auch das Musical diente die Erzählung von Jeanne-Marie Leprince de Beaumont. 1756 wurde ihre Erzählung in einer Zeitschrift für Kindererziehung veröffentlich, da man sie für eben diese sehr geeignet fand. Bis heute zählt die Geschichte "Die Schöne und das Biest" zu den Klassikern der Märchenliteratur.
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