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Historie

Definition Musical

Von Manaya

Es gibt drei Formen des Musiktheaters, die Oper, die Operette und das Musical.
Die Oper ist durch eine dramatische Entwicklung der Handlung gekennzeichnet. Die Rollen werden charakterisiert und die Situationen beschrieben. Es ist ein kontinuierlicher Wechsel zwischen Arien und Rezitativ, einem erzählenden Gesang. Die Oper wird heute zur Unterhaltung und Bildung genutzt, früher diente sie hauptsächlich repräsentativen Zwecken. Die Oper „Daphne“ gilt als das erste Werk dieser Art, sie wurde 1594 geschrieben.
Die Operette wird auch als „volkstümliches Gegenstück“ der Oper bezeichnet, die Handlung ist oft irreal, Gesellschaftskritik gibt es fast gar nicht. Die Musik ist nicht unbedingt dazu da die Handlung vorwärts zu treiben. Der Konflikt wird meistens erst am Ende im „großen Finale“ gelöst.
Das Musical ist die modernste Form des Musiktheaters. Es enthält Elemente aus der Operette, des Dramas, der Revue und des Varietés. Die Musik ist meistens eine Mischung aus vielen Formen der Unterhaltungsmusik. Das Musical ist heute noch nicht genau definiert.

Vorläufer des Musicals
Ministrels, später Misterioso

Die Ministrels entstanden um 1830. Darin ahmten die Weißen in Amerika die Gesänge und Tänze der Schwarzen nach. Die Weißen schminkten sich ihre Gesichter schwarz, setzten Perücken auf und spielten ihre Rollen mit Fistelstimme. Es gab bestimmte Typen, die dargestellt wurden. Des „Südstaatentyp“ mit dem Namen „Jam Crew“, den „Stadtfarbigen“, der „Zipp Con“ hieß, den „Solo-Banjospieler“ und den „Solo-Tänzer“. Die Ministrels waren zunächst Parodien gegen Opern und das klassische Ballett, doch später waren sie eine ernstzunehmende Konkurrenz für Oper und Schauspiel. Den Höhepunkt der Popularität hatten sie zwischen 1850 und 1860. Doch dann verloren sich die Ministrels langsam wieder, da sie als rassistisch galten.

Burleske

In der Burleske wurden sozialpolitische Themen satirisch auf die Bühne gebracht. Sie gilt als Vorläufer für alle später entstandenen Formen des Musiktheaters. Burlesken waren eine gute Möglichkeit, die politische Lage und Ähnliches dem Normalbürger zugänglich zu machen.

Das Vaudeville

Das Vaudeville war eine französische Form des Musiktheaters. Es entstand in Bars und Saloons und kam später auf große Theaterbühnen. Anfangs wurde die Musik nur von einem Pianisten gespielt, später kamen immer mehr Instrumente dazu. Als jedoch der Tonfilm populär wurde, war das Ende des Vaudeville 1932 besiegelt. Viele Darsteller wechselten zum Film, Nachwuchstalente fingen gleich dort an.

Operette

Die Wurzeln der Operette befinden sich in Europa, doch wurden sie erst durch Amerika populär. Ihre Anfänge lassen sich bin 1850 zurückverfolgen. Auch in Amerika hatten sie anfangs keine Erfolge, als aber die Texte übersetzt wurden, stieg auch der Erfolg. Erfolgreich waren aber nur die Stücke, die in Europa geschrieben wurden, doch die Amerikaner wandelten sie ein bisschen um, im Grunde sind es hauptsächlich englische Stücke. Nachdem die Operetten den Broadway beherrschten, wurde plötzlich eine neue Form des Musiktheaters populär, das Musical. Seitdem war das Publikum in zwei Lager geteilt, die einen wollten die traditionelle Form beibehalten, die anderen dagegen interessierten sich auch für das Neue.

Revue

Die amerikanische Revue ist eine Mischung aus den bisher aufgeführten Formen des Theaters. Sie enthält viele verschiedene Bestandteile, wie zum Beispiel Clownerie, Song, Tanz und Satire. Die Revue gilt auch als Zwillingsschwester der Vaudeville, ein Produzent fügte Elemente aus der Vaudeville und aus amerikanischen Theaterformen zusammen, und erschaffte so die Revue. Doch auch diese Form des Musiktheaters ging unter, da man die hohen Kosten nicht mehr bezahlen konnte. Die Revuen wurden zwischen 1894 und 1930 aufgeführt.

Elemente im Musical

Der Hauptursprung der Musicals liegt in der Operette. Die Libretti haben eine ähnliche Struktur und in jedem Stück kommt mindestens eine Liebesgeschichte vor. Tanzszenen und Soloparts lassen sich auch in beiden Formen finden. Sie haben einen Handlungsverlauf, der einen Höhepunkt erreicht. Doch der Unterschied liegt in dem Thema, Operetten erzählen meist von einer heilen, fiktiven Welt, während Musicals gesellschaftliche Themen aus der realen Welt behandeln. Außerdem ist die Musik bei Operetten mehr die Untermalung und für die Handlung eher unwichtig, während in Musicals gerade die Musik die Handlung vorantreibt und sich durch sie auch die Rollen charakterisieren lassen. Für die Tanzszenen gilt das gleiche.
Aus der Burleske hat das Musical die komisch-satirischen Einschläge, während vom Vaudeville, der Revue und den Ministrels die musikalischen Einflüsse stammen.
Das erste offiziell als Musical geltende Werk ist „Show Boat“, das 1926 entstanden ist. Doch das allererste Musical ist „The Black Crook“ aus dem Jahre 1866.