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Come Together
Benefiz-Konzert im Colosseum-Theater Essen am 29.Mai 2006 Teil 2
Von Angelika
Nicolaj Alexander Brucker (Raoul Vicomte de Chagny / Phantom der Oper)
Auch er trat zweimal auf und besonders erwähnenswert war der zweite Auftritt nach der Pause mit 'Gethsemane'. Man hatte das Gefühl, er singt (oder kreischt) sich die Seele aus dem Leib...und was man in seiner Rolle als Raoul nicht bemerkt, das bemerkte man hier, nämlich dass er gleichfalls eine kräftige Stimme besitzt und sie hier in allen Tonlagen einsetzte. Man spürte förmlich wie das Publikum zusammenzuckte (oder war ich es nur allein...?) wenn er die Stimme anhob und sie schließlich tatsächlich zu einem Kreischen wurde. War das Absicht oder war er wirklich am Ende...?Wenn es Absicht war, dann war es natürlich außergewöhnlich. Bemerkenswert dabei auch die verzweifelte Gestik, er sank auf die Knie, hob die Arme, die Haare zerzaust, das Hemd 'zerfetzt', das war Wahnsinn. Ich fand's toll und im Nachhinein glaube ich das Kreischen war Absicht.
Nikolaj, den ich bisher bei fast allen Phantomder Oper - Besuchen in der Rolle des Raoul gesehen hatte, hatte ich bisher unverzeihlich vernachlässigt. Raoul ist halt eine undankbare Rolle (wer mag schon Raoul...) aber seine Rolle in dem Stück ist natürlich eine der wichtigsten, denn ohne Raoul, gäbe es die Geschichte in dieserForm ja gar nicht. Also beschloss ich diesen außergwöhnlichen Künstler in die lange Reihe meiner Lieblingsdarsteller einzureihen:
"Hallo Nicolaj, willkommen im Club!"
Ian Jon Bourg (Phantom der Oper alternierend)
Zum Zeitpunkt des Charity-Konzerts hatte ich ihn als Phantom noch gar nicht gesehen (später dann noch zweimal). Aber ich kannte Bilder aus seiner Stuttgarter Zeit und fragte mich immer, wer wohl dieses außergewöhnlich 'gutaussehende' Phantom war. Er hatte so diesen tragischen, faszinierenden, für das Phantom so typischen Ausdruck im Gesicht (zumindest in der Hälfte die die Maske nicht verbarg) und ich habe ihn sogargemalt, ohne zu wissen, dass er es ist (nun jetzt weiß ich es). Seine Stimme erinnerte mich ein bisschen an die von Peter Hofmann, den ich ja einst auch sehr verehrte, aber objektiv urteilen konnte ich zu diesem Zeitpunkt ohnehin nicht mehr, weil ich längst von Christian Alexander Müller als Phantom überzeugt war. Als man dann wenig später erfuhr, dassIan Jon Bourg bald nicht mehr als Phantom auftreten würde, war das ohnehin kein Thema mehr für mich...
Hier trater jetzt mit einer ganzen Gruppe von Tänzern auf und das inszenierte Stück nannte sich 'Fusionart presents'. Es war ganzzauberhaft und Ian sang dabei ' Von nun an gibt es kein zurück' aus dem Phantom.Dieses Stück jetzt zu beschreiben würde zu lang werden, aber wenn man die Bilder sieht kann man es sich bestimmt lebhaft vorstellen.
Anne Goerner (Erstbesetzung Christine Daae) und Sandra Burchartz (Ensemble Swing/ Phantom der Oper)
sangen dann zusammen 'Barcarole' aus 'Hoffmanns Erzählungen', (eine meiner Lieblingsopern) und da ich Anne Görner als Christine leider noch nie gesehen hatte, war das genau richtig um ihreklare Stimme bewundern zu können und natürlichauch Sandra Burchartz, dieeinen Ring am Finger trug, der meinem eigenen sehr ähnlich sah...
Es folgte eine ziemlich lange Einlage der Combo-Band und sie war so lang, dass das Publikum schließlich schon ungeduldig dazwischenklatschte, schließlich hatte man schon fast 4 Stunden Konzert hinter sich und wollte endlich 'IHN' sehen...
Aber zuvor ist noch erwähnenswert, dass sich die Moderatorin (Petra Koschatzki) zunehmend bei den Ansagen verhaspelte, was das Publikum allerdings verständnisvoll amüsiert aufnahm und als sie sich hinter der Bühne beklagte 'die Namen gar nicht mehr richtig aussprechen zu können...' allerdings vergaß das Mikrofon auszuschalten, gab es erneuten Applaus undfröhlichePfiffe. Aber das war natürlich positiv gemeint!
Und dann kam er endlich, der Star des Abends:
Thomas Borchert
Sein Auftritt wurde schonopulent vorbereitet; mit Flügel und Riesenleinwandmit Fotovortrag von Kindern aus der dritten Welt.
Plötzlich hielt fast jeder eine Kamera in Händen und es wurde fotografiert und gefilmt was das Zeug hält...
Dachte ich zuvor nocheifersüchtig zwei Mädels neben mir warteten auf Christian Müllers Auftritt, so hatte ich mich geirrt-sie gerieten erst in Aufregung als Thomas kam!!
Er saß dann auch am Flügel und spielte und sang zwei Songs 'Make a Wish come true' und 'I've got you under my skin'.
Die Bühne strahlte, das Publikum strahlte und Thomas Borchert natürlich auch. Als erstes Phantom in Essen hatte ich ihn schon gesehen, als Graf Krolock leider noch nicht. Aber da gibt es ja noch vieles, vieles mehr, was ihn auszeichnet undwas das ist, weiß ja auch jeder! Zumindest besitzt er soviel Ausstrahlung, dass er nur auf die Bühne treten und 'Guten Abend' hätte sagen müssen um das Publikum zu begeistern!
Am Ende dieses sehr, sehr langen Konzertes, sang dann das ganze Ensemble desselben zusammen 'What I did for love'!
Es war ein wunderschöner, einzigartiger, sehr erfüllender Abend und als man das Colosseum verließ, hatte man wirklich Mühe in die Wirklichkeit zurückzufinden...
Danke noch einmal an alle Künstler dieses Abends (leider konnte ich hier nicht alle nennen) und natürlich an
Gabriele Ramm
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