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"Borchert Besinnlich" 2008 im Ebertbad
Alle Jahre wieder das weihnachtliche Konzert von Thomas Borchert
von Frederike Kugelmann
Am 6. Dezember 2008 war es wieder einmal soweit: Thomas Borchert zog mit seinem besinnlichen Programm nun bereits das Dritte Jahr in Folge im Oberhausener Ebertbad ein.
Traditionell wurden während der Einlass-Zeit rote Weihnachtszipfelmützen unter den Zuschauern verteilt, dieses Mal allerdings mit Glöckchen an dem Bommeln, eine kleine Neuerung zur Belustigung des Publikums.
Um den Zuschauern die Zeit des Wartens zu verkürzen, verteilten zwei durchaus muskulöse "Weihnachtsmänner" in knappen roten Höschen Plätzchen und anderes Gebäck, worüber sich das vor allem weibliche Publikum freute.
Pünktlich um 20 Uhr eröffnete der Star des Abends dann das Programm im ausverkauften Saal. Um zu beweisen, dass es auch schöne deutschsprachige Weihnachtslieder gibt und, um etwas gegen den Amerikanismus zu wirken, sang Thomas Borchert an diesem Konzertabend nur deutsche Weihnachtslieder.
"Es ist ein Ros' entsprungen" erhielt eine angenehm luftige Spielweise durch Borchert, der sich selbstverständlich persönlich am Flügel begleitete. Auch andere Weihnachtslieder, wie zum Beispiel "Leise rieselt der Schnee" und "Süßer die Glocken nie klingen", gestaltete der Künstler in typischer "Thomas-Ulrich-Borchert-Manier". Ganz recht, "Ulrich" verriet er als seinen zweiten, höchst besinnlichen Vornamen, "Uli" hingegen, wie ein Zuschauer an dieser Stelle rief, tat er schmunzelnd als nicht besinnlich genug ab. Borchert also rockte und swingte die Lieder am Klavier, schnitt passende Grimassen dazu und spielte an einer Stelle so heftig, dass die Dekor-Girlanden vom Flügel rutschten. So kennt und liebt ihn das Publikum, welches natürlich an diesen Abend nicht verschont wurde und selbst mitsingen beziehungsweise musizieren musste, mit den Glöckchen an den Bommeln der Weihnachtsmützen. Bei dem Lied "Kling Glöckchen, kling" bot sich dann einem möglichen Beobachter ein sehr komischer Anblick: um die Glöckchen zum läuten zu bringen, und das auch passend auf Zeichen Borcherts, musste das Publikum heftig mit den Köpfen wackeln. Wie gesagt, wurden auch die Stimmen nicht geschont, denn bei "O-Tannenbaum" wurde Borchert mit einem kräftigen "O" von den Zuschauern unterstützt.
Ein weiterer typischer Aspekt dieser Art des Konzerts waren die beiden, von Borchert sehr gut mit verstellter Stimme vorgetragenen, Weihnachtsgeschichten. Die Geschichten enthielten zwar den üblichen moralischen Zeigefinger, jedoch auch starke komische Aspekte, wenn beispielhaft die Rentner im Altenheim versuchen, sich vor den singenden Schülern zur Adventszeit zu retten.
Ebenfalls charakteristisch war der Musicallieder-Block, bei welchem Borchert nicht selbst musizierte, sondern sich von der im Ebertbad bereits gut bekannten und gefeierten Pianistin Marina Komissartchik begleiten ließ. Ganz besonders mit der "unstillbaren Gier" aus dem Musical "Tanz der Vampire" konnte Borchert die Zuschauer begeistern. Einige lange Minuten musste er nach dem Lied inne halten und sich immer wieder vor dem jubelnden Publikum verneigen und bedanken. Die anderen Musicalsongs, als Exempel "Schließ dein Herz in Eisen ein" aus dem Musical "Mozart" und "Bring ihn Heim" aus "Les Misérables", kamen ebenfalls sehr gut bei den Besuchern an.
Der Star des Abends brillierte außerdem in einem Duett mit dem Special Guest Jesper Tydén, welcher vor den begeisterten Fans auch ein Solo sang und abschließend noch mit Borchert zusammen "Stille Nacht, heilige Nacht" als Duett auf schwedisch und deutsch interpretierte.
Nach einer gelungenen Zugabe fand der Konzertabend schließlich nach drei Stunden ein fröhliches Ende und als Beweis dafür, dass es dem Publikum wieder einmal gefallen hat, wurden auch schon viele Karten für "Borchert Besinnlich 2009" verkauft.
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