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Maya Hakvoort
~ ein heller Stern am Himmel der Musik ~
Von Sisi Silberträne
Die gebürtige Holländerin, die am 19. September 1966 in Nijmegen geboren wurde, machte sich nach Auftritten in Musicals wie Les Misérables, Catharine oder Gaudi als Kaiserin Elisabeth in Wien ab 1994 einen Namen in der Musical-Szene. Die Rolle spielte sie bis zur Derniere 1998, dann stand sie im Schweizer St. Gallen als Milady de Winter in Die drei Musketiere auf der Bühne, und kehrte schließlich als Lisa in Jekyll & Hyde ins Theater an der Wien zurück. Ab 2003, nach ihrer Babypause, schlüpfte sie in der erweiterten Originalfassung von Elisabeth wieder ins Winterhalter-Kleid, spielte die Rolle bis zur Derniere Ende 2005. Danach war sie für kurze Zeit im Stadttheater Baden als Evita zu erleben.
Am 31.12. 2004 startete sie im Theater an der Wien, das ihr bereits in der Rolle der Elisabeth zu Großem verholfen hatte, ihre Solo-Karriere. Unter dem Motto "Maya goes Solo" präsentiert sie eine Auswahl an Songs, auch aus dem Bereich Musical, gespickt mit persönlichen Geschichten.
Ich hatte die Ehre Maya elf Mal als Elisabeth, drei Mal als Lisa in Jekyll & Hyde, ein Mal als Evita und bisher vier Mal bei ihren Konzerten zu erleben. Außerdem bei diversen Shows und Galas. Sie ist meine Lieblingsdarstellerin, seit ich mit elf Jahren Elisabeth das erste Mal sah (das war überhaupt mein erster Musical-Besuch), also in etwa mein halbes Leben lang. Noch nie hat mich ein anderer Darsteller so sehr bewegt wie sie. Ihre Stimme berührt meine Seele.
Als Elisabeth ist Maya sicher anders als ihre noch viel berühmtere und beliebtere Landsmännin Pia Douwes, die ja die Rolle bei der Welturaufführung 1992 kreierte. Aber das ist auch gut so. Jeder Darsteller interpretiert seine Rolle etwas anders, legt ein bisschen von sich selbst hinein. Und das macht jede Besetzung auch immer einzigartig.
Für mich ist Maya jedenfalls die Elisabeth und wird es bleiben. Ihr "Nichts nichts gar nichts" ging mir damals als Kind unter die Haut, und jetzt als junge Erwachsene ebenso. Ich hätte ja gar nicht gedacht, dass nach dem was sie 1998 geleistet hat, noch eine Steigerung möglich wäre. 2003 hat sie mich jedoch eines Besseren belehrt. Sie war ein paar Jahre älter, viele Erfahrungen reicher, und einfach grandios.
Lisa in Jekyll & Hyde ist eine grundlegend andere Persönlichkeit. Eine brave Tochter aus reicher Familie, die trotz aller schlechten Umstände zu ihrem Verlobten steht. Die Rolle ist nicht so groß, aber es gibt ein langsames gefühlvolles Solo "Da war einst ein Traum", eine Ballade wie sie Maya auf den Leib geschneidert ist. Außerdem ein stimmgewaltiges Duett mit der Hure Lucy (in der Erstbesetzung verkörpert von Eva Maria Marold). Auch in diesem Musical konnte Maya wieder einmal zeigen was sie kann, und mich hat sie wie immer begeistert.
Es war nicht mehr lange bis zum Abschied von Elisabeth, als ich hörte, dass Maya im Stadttheater Baden die Evita spielen würde, und natürlich musste ich sofort Karten besorgen. Das ist ja genauso eine starke Frau wie die österreichische Kaiserin, und doch ganz anders. Und Maya brillierte! Ihr "Ruf nicht nach mir Argentinien" (die Übersetzung dieser Inszenierung war anders als die altbekannte) war unbeschreiblich. Zu schade, dass davon keine Aufnahme erhältlich ist. Und wer war noch gleich Madonna?
Mayas Solo-Konzerte sind eine Sache für sich. Bei einem Musical kann man leicht sagen, der Darsteller gefällt mir, oder auch nicht. Wenn es "Maya goes Solo" heißt, steht die sympathische Holländerin allerdings ganz ohne Kostüm und Perücke auf der Bühne. Nur als sie selbst, begleitet von dem Pianisten Aaron Wonesch.
Eine attraktive dunkelhaarige Frau mit frechem Haarschnitt in einem eleganten Kleid steht da vor ihrem Publikum. Und sie weiß es zu verzaubern, denn wie erklärt sich sonst das Lichtermeer aus Feuerzeugen, Kerzen und mitunter Sternspuckern, wenn sie als Zugabe "Ich gehör nur mir" singt?
Bei den Geschichten vom zu kurzen Röckchen beim Vorsingen, oder dem altersschwachen Ford Fiesta, der es über die Berge nach Österreich schaffen musste, kommt sie so humorvoll und sympathisch herüber. Das ist es, was ich neben ihrer wunderbaren Stimme so an ihr schätze.
Wenn sie "Better Days", das fünfte Lied ihres Solo-Programms anstimmt, läuft es mir jedes Mal kalt den Rücken herunter. Es immer wieder auf CD anzuhören finde ich schon großartig, aber es live zu erleben ist unglaublich.
Later that year at the turn of Springs
Heaven sent angels down
And gave Grandma her wings.
Now she's flying and sliding and gliding
Into better days.1
Manchmal tritt Maya auch bei diversen Shows und Galas auf, so wie im späten August bei "Musical Affair" in der Burgruine Gars am Kamp. Als sie im Dämmerlicht und angeleuchtet von dramatisch blauen Scheinwerfern im Winterhalter-Kleid die Bühne betrat, hat die Luft förmlich geknistert. Der stürmische Applaus nach ihrem phantastischen "Ich gehör nur mir" hielt gut und gerne mehrere Minuten lang an. Ganz klar der längste Beifall des Abends. Andere Größen wie Boris Pfeifer und Caroline Vasicek hatten da etwas das Nachsehen.
Maya wird immer meine Nummer eins bleiben, auch wenn andere, wie Susan Rigvava-Dumas in meiner persönlichen Hitliste sehr knapp an sie heran kommen. Sie ist innerhalb von Österreich in etwa so eine Musical-Größe, wie es Pia Douwes in Deutschland ist, und auch wenn es momentan ruhiger um sie geworden ist, kann ihr diesen Rang keiner so schnell nehmen. Vor allem nicht den in den Herzen ihrer treuen Fans, so wie mir.
1 "Better Days" Maya Hakvoort (Maya goes Solo)
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