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Wie wird man Musicalstar?
Interview mit Markus Hanse
Markus Hanse, einigen vielleicht noch bekannt vom Casting "Ich Tarzan, Du Jane", hat Anika Merten im Rahmen eines Interviews einige Fragen zu seiner Ausbildung an der JVDEA und zum Tarzan-Casting beantwortet, bei dem er knapp vor den Live-Shows ausschied. Vor seiner Ausbildung hat er schon an einigen semi-professionellen Musicalproduktionen teilgenommen, in denen er aufgrund seiner Leistungen herausstach und überzeugt wurde, dass er dies ausbauen und Musicaldarsteller werden könnte. Nun steht er kurz vor seinem Abschluss.
Zu Beginn, wie würdest du dich selbst beschreiben?
Ich bin ein offener, direkter, humorvoller und zuverlässiger Mensch.
Womit beschäftigst du dich gern in der Freizeit? Und wieviel Freizeit bleibt dir neben deiner Ausbildung?
In meiner Freizeit treffe ich mich oft mit meinen Freunden oder gehe ins Fitnessstudio. Außerdem versuche ich soviel wie möglich in Kontakt mit meinen alten Freunden und meiner Familie zu bleiben.
Nein, sehr viel Zeit bleibt insgesamt nicht, da wir ja von morgens 8.30 bis teilweise sogar 22.00 und von Montag bis Samstag Unterricht haben.
Deswegen bin ich auch froh, wenn ich die Sonntage dann einfach nur zum Ausruhen nutzen kann.
War Musicaldarsteller dein Traumberuf?
Ja, ab einem bestimmten Punkt in meinem Leben gab es für mich keine andere Möglichkeit mehr.
Was war ausschlaggebend für deine Bewerbung?
Ich habe bereits vor meiner Ausbildung 2 Jahre lang im Theaterjugendklub „Tja“ im Theater der Altmark in Stendal und danach 3 Jahre lang Musicals auf semi-professioneller Ebene bei der „Kunstplatte e.V.“ ebenfalls in Stendal gespielt.
Dort wurde mir dann gesagt, dass ich es schaffen könne, wenn ich nur hart genug an mir arbeite.
Also nahm ich Gesangs-, Klavier- und Tanzunterricht(Jazz, Ballett) und bereitete mich so für die Aufnahmeprüfungen vor.
Inzwischen hatte sich auch in mir der tiefe Wunsch geregt, mein Hobby zum Beruf zu machen.
Wie war deine Aufnahmeprüfung? Was wurde dort von dir erwartet?
Die Aufnahmeprüfung hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Ich habe es irgendwie nicht wie eine Prüfung angesehen, sondern als eine Chance, der Jury zu zeigen, was ich alles gelernt habe und wie viel Lust ich auf diesen Beruf habe.
3 Runden musste man überstehen, um am Ende dann genommen zu werden.
In der 1. Runde mussten alle je 2 Lieder und einen Monolog vorbereiten, sowie in Jazz und Ballett etwa 3 Choreographien erarbeiten. Ich tat mich vor allem beim Ballett sehr schwer, weil die Schritte teilweise meine Kenntnisse bei Weitem übertrafen.
Das änderte sich dann in der 2. Runde. Dort wurden die Kandidaten nochmal in ihrem „schwächsten“ Fach geprüft bzw. in dem Fach, wo die Dozenten einfach noch mehr von einem sehen wollten. So durfte ich also wieder tanzen..., doch dieses Mal waren nur Grundkenntnisse gefordert, die man aber sehr genau ausführen sollte. Außerdem hatte jeder Teilnehmer die Chance beim künstlerischen Leiter Robin Brosch alleine vorzusingen bzw. zu spielen.
Als dieser dann nach einem meiner Lieder meinte, dass ihm mein Gesang ans Herz ginge, war ich für diesen Tag schonmal sehr gut drauf!;-)
Im abschließenden Finale, was sich über 2 Tage erstreckte wurden nochmal alle Fächer vor einer großen Jury geprüft, die nicht nur aus vielen Dozenten, sondern auch aus Verantwortlichen von Stage Entertainment bestand, geprüft. Am gleichen Abend wurde dann sofort das Ergebnis bekannt gegeben und mein Traum wurde wahr!^^
Wie gefällt dir die Ausbildung an der Joop van den Ende Academy?
Die Ausbildung gefällt mir sehr. Ich kann zwar nicht beurteilen wie der Unterricht auf anderen Schulen aussieht, aber ich finde ihn bei uns wirklich sehr umfangreich. Außerdem werden wir wirklich unglaublich gut auf das Berufsleben vorbereitet, weil die meisten unserer Dozenten noch selbst im Beruf stehen.
Warum sind im 3. Ausbildungsjahr nur noch so wenige Schüler an der Academy?
Das hat mehrere Ursachen. Es fing schon damit an, dass zwar 16 Leute aufgenommen wurden, wir aber nur mit 14 starten konnten, da einer von der Bundeswehr eingezogen wurde und eine andere ohne ein Vollstipendium die Ausbildung nicht anfangen konnte. Nach dem ersten Semester verließ uns dann noch ein Mädel wegen eines Knorpelschadens im Knie. Seit dem 5. Semester sind wir nur noch 8 Leute, weil 3 freiwillig aufhörten als sie erkannten, dass sie doch nicht für den Beruf gemacht waren, eine die Prüfung das 2. Mal nacheinander nicht bestand und einer bereits ein Engagement bei Mamma Mia in Berlin bekam.
Ab Mai sind wir nur noch 7. Eine weitere Mitschülerin spielt dann in Wien bei „The Producers“.
Wie sieht die Abschlussprüfung dort aus?

Die Abschlussprüfung ist sehr umfangreich. So muss man bereits am Anfang des 5. Semesters eine Eigenarbeit präsentieren. Man muss ein Stück selbst entwerfen, das etwa 20 Minuten dauert und in dem man zu gleichen Anteilen Singen, Spielen und Tanzen sollte.
Hat man diese Eigenarbeit gemeistert, ist der Grundstein für den Abschluss gelegt.
In der Abschlussprüfung an sich muss man wie in jeder Prüfung das Erlernte in Jazz, Ballett und Steppen zeigen. Außerdem spielt man 2 Monologe. Gesang ist noch etwas umfangreicher. Da besteht die Prüfung aus 3 Teilen. Neben der Einzelgesangsprüfung muss man auch in Ensemblegesang und Blattsingen bestehen. Im Einzelgesang bereitet man 7 Lieder vor und bekommt 2 Wochen vor der Prüfung noch einen unbekannten Song, den man ohne Hilfe von Gesangs-und Interpretationsdozenten erarbeiten muss.
Was für Rollen hast du bisher gespielt?
Wie bereits angedeutet, habe ich schon vor meiner Ausbildung in Musicals gespielt. Ich durfte den Roger in RENT, Mercutio in Roméo & Juliette und Gnomy (das hässliche Entlein) im Musical HONK! spielen.
Hinzu kam ein während meiner Ausbildung eine Ensemblerolle bei der Revue „Petticoat & Schickedance“ im Stadttheater Fürth. In unserem Abschlussprojekt „Limbo Macchiato“ spielte ich die Rolle des Kapo.
Welche hat dir am besten gefallen?
Hmm..., das ist gar nicht so leicht. Da Roger meine erste richtige Rolle war und ich dadurch erst zum Musical gekommen bin, denke ich dass das die Rolle ist, die mir am meisten Spaß bereitet hat, obwohl ich daran auch sehr hart arbeiten musste.
Welche wäre deine Traumrolle wenn du frei wählen könntest?
Das wäre dann wieder Roger. Wenn ich die Möglichkeit hätte, diese Rolle nochmal professionell spielen zu können, würde ich sofort die Chance ergreifen!;-)
Welches ist dein Lieblingsmusical?
Ich bin ein absoluter Musical-Fan, weswegen mir sehr viele Stücke gefallen, wie z.B. Spring Awakening, Wicked, eigentlich alle Musicals von Jason Robert Brown und und und. Aber wenn ich mich entscheiden sollte, wäre auch hier RENT die Antwort.
Was fasziniert dich so an diesem Musical?
Neben der aktuellen, spannenden Geschichte fasziniert mich vor allem die Musik. Jeder Song ist ein Hit für sich und es werden sooo viele Musikstile von Tango bis Rock berührt.
Diese Vielfältigkeit hat es mir angetan.
Kennst du einige bekannte Darsteller persönlich?
Ja. Ich kenne inzwischen sehr viele Darsteller. Man trifft sich bei Auditions oder eben bei Premieren/Previews.
Wer sind deine Vorbilder und warum?
Ein richtiges Vorbild habe ich leider nie gehabt...
Was erwartest du von der Zukunft? Welche Träume und Wünsche hast du?
Zur Zeit ist mein größter Wunsch, dass ich bis zum Ende der Ausbildung ein Engagement bekomme.
Dafür arbeite ich weiterhin sehr hart und hoffe natürlich, dass es klappt.
Wie ist es von einem Star wie Pia Douwes Unterricht zu bekommen oder man von einem Affen lernen muss?
Ich habe einiges von Pia lernen können. Ein Lied durfte ich ihr vorsingen und sie hat mit mir interpretatorisch daran gearbeitet. Das war schon etwas Besonderes. Außerdem ist sie privat auch unglaublich nett.
Das mit dem Affen war zwar eher fürs Fernsehen gedacht, aber es hat mich sehr fasziniert, wie ähnlich dieser Schimpanse uns Menschen ist. Es war für mich ein sehr berührender Moment.
Wie ist deine Meinung zu dem Casting?
Ich bin kein Freund von Castingshows, weswegen es mir auch sehr schwer viel, überhaupt zuzusagen. Eigentlich hatte ich mich nur zur normalen Audition angemeldet.
Allerdings denke ich, dass auch die Musicalbranche neue Wege beschreiten muss und so ist so eine öffentliche Audition vielleicht auch gar nicht so schlecht.
Ich persönlich konnte auch sehr viele Erfahrungen vor allem im Workshop sammeln und durfte einige sehr nette und liebe Leute kennenlernen.
Wer meinst du hat gute Chancen?
Ich bin natürlich für Riccardo. Schließlich war er in meinem Semester. Allerdings denke ich, dass Anton die besten Chancen hat. Bei den Frauen ist es nicht so leicht, aber ich würde Elisabeth favorisieren.
Was war die größte Herausforderung für dich?
Hmm..., ich war fast die ganze Zeit krank während des Workshops. Dass ich trotzdem alle Aufgaben bewältigen musste, war schon eine ziemlich große Herausforderung.
Ganz speziell war natürlich das Flugtraining das Härteste für mich.
Wie lief es hinter den Kulissen so ab?
Dazu darf ich leider aus vertragsrechtlichen Gründen nichts sagen.
Was hältst du von Phil Collins? Wie ist er so?
Leider habe ich ihn nur sehr kurz sehen können. Aber da war er sehr nett und sogar etwas unscheinbar. Hätte ihn mir schon etwas anders vorgestellt. Es war jedoch ein tolles Gefühl, als er auf einmal den Raum betrat.
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