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Musicaldarsteller Josip Culjak

Interview mit Josip Culjak

Schauspieler und Musicaldarsteller - Ein Künstler in zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhen

Corinna Steffens hat mit dem Schauspieler und Musicaldarsteller, bekannt aus Produktionene von "Fame", "Jesus Christ Superstar" oder "Titanic – Das Musical", Josip Culjak über seine Einstellung und Liebe zur Bühne gesprochen.



Könntest du dich und deine Arbeit unseren Lesern kurz vorstellen?

Ich heiße Josip Culjak und bin in Stuttgart geboren. In Leipzig habe ich Schauspiel studiert und bin seit Sommer 2001 am theater magdeburg engagiert. Im Sommer dieses Jahres werde ich nach Berlin ziehen, um freischaffend zu arbeiten. In meinem Repertoire sind sowohl Klassiker als auch moderne Rollen, und ich habe während meines Engagements in vier Musicals mitgewirkt - zurzeit stecke ich in den Endproben von "Titanic – Das Musical". Meine Rolle ist die des Jim Farell, Passagier 3.Klasse.

Du hast zunächst ein Bauingenieurstudium begonnen. Was hat dich dazu gebracht, danach Schauspiel zu studieren?

Ich wusste als Schulabgänger noch nicht wirklich, was ich beruflich machen wollte. Architekturstudium? Ja, das wär´s. Klappte leider nicht. Also begann ich Bauingenieurwesen zu studieren. Das Studium war sehr trocken, auch nicht mein Ding. Jedoch entdeckte ich in der Studententheatergruppe meine Leidenschaft für die Bühne. Nun wusste ich, was ich wollte und begann, mich bei Schauspielschulen zu bewerben – glücklicherweise bekam ich schon bei meinem dritten Vorsprechen und bestandener Aufnahmeprüfung einen Studienplatz in Leipzig!

Musicaldarsteller Josip CuljakViele deiner Projekte basieren auf reinem Schauspiel. Steht dies für dich im Vordergrund oder reizt dich das Musical, also die Kombination aus Gesang, Tanz und Schauspiel, genau so?

Für mich sind die beiden Sparten zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe: Beim Schauspiel konzentriere ich mich voll auf den Text um die Rolle zu "knacken" – das ist bei manchem klassischen Part ein hartes Stück Arbeit! Beim Musical besteht für mich die Herausforderung im Singen und besonders im Tanzen. Da ich kein ausgebildeter Tänzer bin, muss ich einfach mehr Zeit investieren um die Choreographien perfekt umzusetzen. Da ich ein neugieriger Mensch bin, reizt mich alles, wenn es etwas dazuzulernen gibt.

Gibt es ein Engagement, an welches du besonders gerne zurückdenkst?

Da gibt es viele Projekte, die mir einfallen. Als erstes kommt mir "Kabale und Liebe" in den Sinn: Hier hat alles gestimmt. Eine großartige Rolle (Ferdinand), ein kreativer Regisseur, tolle Kollegen, also eine runde Zusammenarbeit.

Mit welcher deiner bisherigen Rollen konntest du dich am besten identifizieren?

Musicaldarsteller Josip CuljakMit dem "Fliegenden Kellner" im Stück "Jenseits von Daduda". In dieser Rolle steckte sehr viel von mir, da wir während der Proben ausschließlich improvisatorisch arbeiteten. Der Kellner war ein wenig überdreht, sehr lebensfroh und eigentlich komplett durch geknallt – es war mir eine wahre Freude ihn zu spielen.

Du standest schon öfters in Stücken von Shakespeare auf der Bühne. Hat sich dies durch Zufall ergeben oder gefallen dir seine Werke auch privat?

Tatsächlich war das nur Zufall – als Ensemblemitglied habe ich keine Möglichkeit die Besetzungslisten zu beeinflussen. Ich habe mich aber jedesmal sehr gefreut, wenn ich in einem Shakespeare-Stück besetzt war, da die Rollen sowohl inhaltlich als auch textlich einfach herausragend sind.

Hast du Vorbilder im Schauspiel-/Musicalbereich?

Ich bewundere Michael Caine sehr. Er blickt auf eine lange Karriere im Theater- und Filmbereich zurück, hat sich seine Rollen sorgfältig ausgesucht und in jeder einzelnen überzeugt. Wenn ich das in 40 Jahren auch von mir sagen kann, schätze ich mich glücklich!
Musicaldarsteller Josip Culjak
Welches war das erste Theaterstück oder Musical, das du besucht hast? Und gibt es eine Produktion, die dir ganz besonders gefallen hat?

Mein erstes Theaterstück war "Darüber spricht man nicht", ein Aufklärungsstück, in der ich mit meiner Schulklasse ging. Ich war acht Jahre alt und schwer beeindruckt! Erste Küsse, von wo die Babys kommen u.s.w. Mein erstes Musical war "Die Schöne und das Biest" – auch dieses Erlebnis hat mich, wenn auch aus anderen Gründen, fasziniert. Eine Produktion, die mich besonders berührt hat, war "Der König der Löwen" in Hamburg. "Tanz der Vampire" in Berlin fand ich auch als Musical ganz toll umgesetzt.

Würdest du gerne auch mal bei einer Produktion selber Regie führen?

Meine Stärken liegen definitiv im darstellerischen Bereich. Regie führen ist oft wie einen Sack Flöhe zu hüten, glaube ich – ich möchte lieber mit den Flöhen hopsen, als auf sie aufzupassen.

Musicaldarsteller Josip CuljakGibt es einen Charakter, den du besonders gerne verkörpern würdest?

Mackie Messer aus der "Dreigroschenoper". Ich liebe diese Rolle und die Idee einen gerissenen Gangster zu spielen dem übel mitgespielt wird und dadurch eine Wandlung vollzieht reizt mich sehr. Aber für die Rolle hab ich noch etwas Zeit.

In welchen Stücken kann man dich demnächst auf der Bühne sehen?

Am 15.Juni habe ich meine letzte Vorstellung als Berger im Musical "Hair" am Theater Magdeburg. Ab 27. Juni bis 20.Juli 2008 mache ich auf dem Magdeburger Domplatz bei "Titanic" mit und nach der Sommerpause geht es als Gast weiter in Magdeburg mit der Rolle des Tyrone Jackson in "Fame", Simon Zealotes in "Jesus Christ Superstar" und Dave in "Ladies Night".



Weiter Informationen zu Josip Culjak findet ihr auf seiner Homepage www.josip-culjak.de.
Copyrigth Theaterfotos: Fotograf Hans-Ludwig Böhme