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Ein Stück Stuttgart in Stöckach?
Aufführung der deutschen Musicalfassung "Die Schöne und das Biest" von der Laien-Musical-Gruppe "Musical Family" in der Lindberghalle in Stöckach, bei Nürnberg
von Conny Schmidmeier
"Warum sollte man nach Stuttgart fahren und teueres Geld ausgeben, wenn man hier das Gleiche sieht?", wird einen jeden gleich am Eingang gefragt, ob Stöckach wirklich mit einem Apollo-Theater verglichen werden kann ist fraglich. Die "Musical Family" ist seit 2003 ein gemeinnütziger eingetragener Verein mit dem satzungsmäßigen Ziel, den Chorgesang zu pflegen und musikalische Theaterstücke aufzuführen. Schon mit "Joseph and the amazing technicolor dreamcoat" haben sie 2003/2004 versucht zu überzeugen und kommen nun am 23.Februar 2008 zum zweiten Mal mit "Die Schöne und das Biest" auf die Bühne. Unter der musikalischen Leitung von Chordirektor ADC Udo Reinhardt, Walter Friedl, sowie der Regie von Gudrun Höhn und Karl-Heinz Müller entstand mit dem knapp 50-Mann-Verein ein interessante und unterhaltsame Version des deutschen "Schöne und das Biest" - Musical. Doch wie bringt man ein so spektakuläres Musical in eine Turnhalle? Die Halle biete ungefähr für 250 Besucher Platz – letztendlich wird der Raum nicht ganz voll – und ca. 3 Techniker sorgen für den richtigen Sound und das Licht. Doch kommen all diese Darsteller der Musical Family wirklich miteinander klar? "Wir sind alle wie eine große Familie", erklärt Holger Pampel, Vereinsvorstand und Sänger der Rolle "Gustav", "wir haben die unterschiedlichsten Generationen hier. Die Jüngste ist gerade mal in der ersten Klasse, der Älteste schon 65 Jahre alt." Alles scheint also ein sich gut miteinander verstehender, bunt zusammengemischter Haufen Musical-Fans zu sein. Alles schön und gut? Doch kann so ein Laien-Theater wirklich begeistern? Das Licht geht aus, der Vorgang hebt sich und man sieht ein Ensemble aus Bauern. Im Laufe der Zeit wird dieses leider nicht überzeugen. Teilweise erinnern die Darsteller eher an ein Bauerntheater aus Bayern3, sie sind kaum zu hören – und das in der ersten Reihe! Bella , die von Kathrin Knauer gespielt wird, kann man jedenfalls nicht unterstellen, nicht singen zu können, und auch ihr schauspielerisches Talent kann überzeugen. Sie bringt die Rolle der Bella wirklich an die Leute. Auch Karl-Heinz Müßigbrodt alias das Biest ist mehr als nur ein Bauer. Seine Stimme schallt durch die Halle und bringt die Meisten zum Stauen. Er ist wirklich das Highlight der Show und auch das Biest Nummer zwei, der den Prinzen spielt, Thomas Fahner kann mit seiner Erfahrung durch die Musikhochschule für Musik in Königshofen punkten.
Auch die 18-jährigen Rebekka Deckart und Christina Keller, die die Schwestern Bellas spielen und singen, überzeugen als zickige und selbstverliebte Töchter. Die Hauptrollen faszinieren wirklich für ein Laien-Theater, bis auf Ludwig Bayer, der den Vater Wilhelm spielt. Er vergisst seinen Text, stockt, singt ohne Mikro und hat überhaupt keinen Ausdruck und keine Betonungsart. Alle seiner Töne klingen gleich monoton.
Ein süßer Teil des Musicals sind die Kinder, die Feen und Kobolde spielen. Sie hüpfen fröhlich über die Bühne, strahlen über beide Backen und stehen teils zum ersten Mal auf der Bühne. Man sollte sich ihre Gesichter gut merken, denn vielleicht ist einer unter ihnen ein künftiger Musicalstar? Man weiß ja nie!
So was kann man also nun nach ca. 2 Stunden Vorstellung über die "Musical Family" und deren Darstellung der "Schöne und des Biests" sagen?
Natürlich darf man es nicht mit Stuttgart, Berlin, Wien, Köln oder all den großen Musical-Theatern vergleichen, doch ist es für ein Laien-Theater durchaus professionell und ein netter Zeitvertreib für einen Samstag-Abend. Es ist verständlich, dass die Darsteller nicht immer alle Töne treffen, denn man muss bedenken sie machen es nur Hobbymäßig.
Und was sagen die Zuschauer dazu? "Im Vergleich zu letzten Jahr ist das hier ein Meisterwerk. 2007 bin ich schon in der Pause gegangen, dieses Jahr hat mich jedoch überzeugt.", so Annette Jansen, 47 : Auf die Frage wieso man einen erneuten Versuch trotz allem antwortet sie. "Ich wohne in Stöckach, hatte nichts zu tun und dachte mir warum nicht? Besser als daheim zu sitzen. Jeder sollte so einem Laien-Musical einmal eine Chance geben, denn vielleicht ist ja wer ganz großes dabei." Gerd Müller, 63, meinte zudem "Ich finde die Musical Family ist eine gute Sache. Immerhin spendet man dabei auch noch an die Organisation "Toy Run", für schwerkranke Kinder. Eine gute Sache." Infos findet man dabei unter www.toyrun.de .
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