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XVI. The End

No day but today

von Bolnder Engel

Tief, immer tiefer fiel ich ins Nichts. Ich fiel, und fiel – weiter und weiter…

Ich bekam kaum noch Luft. Panisch schlug ich meine Augen auf. Mein Herz raste. Vorsichtig taste ich die schmerzende rechte Seite meines Brustkorbs ab. Verwirrt blickte ich an mir herunter – ein Verband? Ich schloss die Augen. Was war passiert? Die pochenden Kopfschmerzen und die aufkommende Übelkeit ignorierend öffnete ich meine Augen erneut und blickte mich um. Lag ich in meinem Bett?

Die durch den festen Verband eingeschränkte, flache Atmung machte es mir nicht gerade leichter, gegen das Schwindelgefühl anzukämpfen. Besser noch mal die Augen schließen und etwas schlafen.

War da nicht ein Schatten vor dem Fenster gewesen? Sicher nur Einbildung.

Wie konnte ich hier tatenlos rum liegen nach allem, was geschehen war? Wieder zwang ich mich zu klarer Wahrnehmung. Das hier war definitiv mein Zimmer und da stand jemand vor dem Fenster. Mühsam richtete ich mich auf, um erkennen zu können, wer das war. Die Silhouette wurde allmählich deutlicher.

Konnte das wahr sein? Schwerfällig und doch nahezu lautlos erhob ich mich nun gänzlich.


„Alfred?“

Angesprochener drehte sich ruckartig um und sah aus, als stünde er einem Geist gegenüber. Wesentlich gefasster und mit unheilvoll ernster Miene musterte er mich wenige Sekunden später streng.

„Du kannst einem ganz schön Angst machen.“, war alles was er sagte.


„…Angst?!“, fragte ich leise.

„Ja, Angst. Oder was glaubst du, wie ich mich gefühlt habe, als ich dich da habe liegen sehen? …ohnmächtig… und nicht wach zu kriegen…“, auch er war zum Ende hin immer leiser geworden.

„Warum bist du zurückgekommen?“, wisperte ich kaum hörbar.

Bitte nicht wieder dieses unerträgliche Schweigen. Doch er blieb stumm.

Meine Blicke flehten nach Erlösung. Wie auch immer sie aussehen mochte…


„Weil mir erst da klar geworden ist, wie sehr ich dich liebe, Herbert.“

Alles erschien plötzlich so unwirklich, die Umarmung, der Kuss.

C U T !!!


„Vielen Dank! Wir haben die komplette Staffel im Kasten!“, ertönte die Stimme des Regisseurs.


Applaus wurde laut.



„Danke, ihr könnt aufhören!“, wandte sich der Regisseur nochmals an die beiden Hauptdarsteller, welche sich noch immer auf dem Set befanden – eng umschlungen.

„Hey, ihr beiden! Das ist jetzt aber wirklich way too much!“

Widerwillig löste sich das Paar voneinander.


Dann, plötzliche Aufregung in der allgemeinen Feierlaune.

„Schnell, einen Arzt!“

„Ach was, der will nur Aufmerksamkeit!“

„…Oh my god… die Dramaqueen ist zusammengebrochen…Gähn!“

„Shut up, du bist doch hier die Dramaqueen!“

„Jetzt hört auf zu streiten und lasst den Arzt durch!“


Hektik. Gedränge. Besorgte Blicke.