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Einmal auf der Bühne

Eine Fanfiction die den Alltag eines Musicaldarstellers beschreibt


Lange bewundere ich Musicaldarsteller und wünsche mir, einmal wie sie auf der Bühne zu stehen. So wie sie zu tanzen, zu singen und zu schauspielern. Bis zu jenem Tag blieb alles ein Traum. Doch alles änderte sich. Ich sollte eine der größten Rollen übernehmen.
Von Carlotta

Mein Handy klingelte. Ich nahm ab und konnte es nicht glauben. Man wollte mich für die Rolle der Belle in die Schöne und das Biest haben. Gerade ich, die so unmusikalisch ist und tanzen nicht ausstehen kann. Doch es war wahr. Leah Delos Santos fiel kurzfristig aus. Ich fragte mich, warum man die Zweitbesetzung nicht einsetzte. Eine Antwort darauf konnte ich mir nicht geben. Ich konnte mir auch nicht vorstellen, wieso man gerade mich wählte, aber das war mir egal. Diese Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen. Ich packte meine Sachen und fuhr mit meiner Familie nach Oberhausen ins Metronom Theater. Dorthin, wo mich in kürzester Zeit Hunderte von Menschen erwarteten. Ich war sehr aufgeregt. Ich wusste, dass ich nicht singen kann und tanzen... Doch ich beschloss alles auf mich zu kommen zu lassen. Aber das größte Problem war wohl, dass ich die Choreographie nicht kann. Ich hatte das Stück noch nie zuvor gesehen. Wie würde ich nun da auf der Bühne stehen? Im Metronom Theater angekommen, wurde ich empfangen. Zuerst ging es in die Maske. Schließlich sollte ich ja so schön sein wie die Belle. Es dauerte einige Zeit, bis man mich hergerichtet hatte. Doch ich war mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Ich bewunderte mich einige Minuten im Spiegel. Aber was machte ich eigentlich da? Ich hatte keine Zeit um mich anzusehen. Ich hatte andere Probleme. Ich wollte mich erkundigen, wie es mit der Choreographie sein würde. Und dann überkams mich. Ich sollte improvisieren! Es war ein Schock für mich, doch ich nahm mich zusammen. Schließlich wollte ich das beste aus der Rolle machen. Ich beschloss einen kleinen Blick in den Zuschauerraum zu werfen und ging zur Bühne. Auf dem Weg dorthin begegnete ich einem alten Klassenkameraden. Er schaute mich fragend an und fragte mich, was ich hier tue. Ich erklärte ihm die Situation. Er sagte mir daraufhin, dass der auch in dem Stück spielt, eine Nebenrolle als Gabel. Er wünschte mir viel Glück, drückte mich und verschwand. Auf dem Weg zur Bühne überkam es mich von Neuem. Da stand er. Uwe Kröger. Er sollte das Biest spielen. Ich konnte es nicht glauben, dass ich mit Uwe Kröger spielen würde. Er ist einer der besten und bekanntesten Darsteller. Ich ging auf ihn zu und sprach ihn höflich an. Er begrüßte mich freundlich und versprach mir, dass alles gut gehen werde. Doch ich fragte mich wie... Ohne Gesangsübungen und all das andere... Dann huschte er schnell in die Maske, denn bald sollte es los gehen. Ich unterhielt mich noch mit ein paar anderen, die in dem Stück spielten und ging dann auf die Bühne und schaute von der Seite her auf die Zuschauer. Das Theater war brechendvoll. Mir lief Schweiß über die Stirn. Ich fragte mich, was passieren würde, wenn mich die Zuschauer nicht mögen würden. Sie werden mich sehen und nicht Leah Delos Santos, die die Rolle der Belle perfekt beherrscht. Doch ich hatte keine Zeit mir weiter darüber Gedanken zu machen, denn schließlich musste ich mich noch umziehen. Ich lief in die Gaderobe. Ich sah die wunderschönen Kleider... Und ich hatte diesen Abend die Ehre sie zu tragen. Schließlich nahm ich mir das, welches ich als erstes in dem Stück tragen sollte. Das schöne blau-weisse. Ich zog es an und ging zur Bühne. Nur noch wenige Minuten, bis das Stück anfing. Ich war so nervös. Trotzallem ging ich noch mal den Text durch, den ich hoffentlich auch auswendig kann. Der Prolog begann. Gleich werde ich auf die Bühne gehen. Einige Sekunden hatte ich noch Zeit und Uwe kam extra zu mir um mir noch Glück zu wünschen und mir zu sagen, dass er an mich glaubt. Das machte mir Mut. Und schon war der Prolog fast zu Ende. Zeit um langsam auf die Bühne zu gehen. Als ich sie betrat, war es ein wunderbares Gefühl. Meine Angst war aufeinmal weg und ich fühlte mich gut. Ich eröffnete das Lied mit sauberen Tönen und auch meine Improvisation schien gut anzukommen. Und das blieb auch so.
Nun kam mein Lieblingslied. ?Zu Haus". Bei diesem Lied konzentrierte ich mich besonders. Ich achtete auf die Melodie und wollte so gefühlvoll wie möglich das Lied gestalten. Ich setzte ein. Es funktionierte genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Und bei meinen Lieblingszeilen fing das Publikum an zu klatschen. ?Ach könnt' ich doch zurück, in das Dorf, das ich gut kannte... Wie hab ich einst geklagt über diese enge Welt!" Die Leute standen auf und schauten so glücklich, als wenn es auch ihre Lieblingsstelle gewesen wäre und sie gehofft hätten, dass diese nicht verunstaltet wird. Ich freute mich riesig.
Die Zeit verflog so schnell. Das Musical war schon am Ende. Der Schluss ist der gefühlvollste Teil. Ich hoffte sehr, dass meine Mimik stimmen wird.
Während das Biest mit Gaston kämpfte, konnte ich nur tatenlos zusehen. Gaston stach mit einem Dolch auf das Biest ein. Tränen liefen mir übers Gesicht. Es war geschauspielert und doch so real. Die Tränen passten gut ins Konzept, auch wenn sie echt waren. Ich nahm mir vor, völlig mit der Rolle zu verschmelzen und dann war es so, als wenn ich echt jemanden verlieren müsste, der lieb und teuer ist. Das Biest schubste Gaston von dem Schloss und fiel dann zu Boden. Ich lief zu ihm und nahm es in den Arm. Es war sehr schwach. Ich wollte es nicht wahrhaben, dass es sterben sollte. Es sagte ein paar letzte Worte und mir liefen die Tränen noch mehr. Ich weinte und sagte, dass ich es liebte. Dann schloss es seine Augen.
Die Bühne erleuchtete, eine hoffnungsvolle Musik erklang. Dies war die Verwandlung des Biests. Ein strahlend schöner Mann kam zum Vorschein.
?Belle sieh mich bitte an, erkennst du nicht den Mann, der in dem Biest vor dir so lang verborgen?".
Erfreut rief ich aus: ?Du bist es!"
Vereint sangen wir dann das Ende des Liedes und küssten uns: „Zwei Leben sich finden, zwei Herzen sich binden, ein Zauber, ein Traum, endlich erfüllt es sich. Ich lieb dich!“
Und der Chor beendete das Stück.
Das Publikum war ausser sich. Gejubel und Geklatsche im höchsten Maße.
Alle gingen von der Bühne. Einzeln stellten wir uns vor und verabschiedeten uns auch so. Einen Gang durfte ich dann noch mit Uwe auf die Bühne machen.

Hinter der Bühne habe ich dann noch mit Uwe geredet. Er sagte mir, wie wunderbar ich war und dass, obwohl ich gar nicht geübt hatte und nichts konnte.
Ich glaube, dass ich mein Glück nun versuchen werde und Unterricht nehmen werde, damit ich später wieder in Musicals auf der Bühne stehen kann!

Am nächsten Tag bekam ich übrigens schon Angebote für diverse Musicals. ;)


„Wie das Licht der Sonn'
strahlend sich ergießt.
Märchen schreibt die Zeit
in des Dichters Kleid,
die Schöne und das Biest.
Märchen schreibt die Zeit
in des Dichters Kleid,
die Schöne und das Biest! “