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Cher Journal

Ein fiktiver Tagebuch eintrag zum Musical 3 Musketiere

Dies ist ein Tagebuch-Eintrag Milady de Winters, den ich für einen Fanfiction-Wettbewerb eines Forums verfasst habe. Das Musical „Die drei Musketiere“ gehört Stage Entertainment, ich leihe mir nur etwas davon aus! Von Sisi Silberträne Cher Journal,
der Weg führt ins Nichts - wieder einmal. Vielleicht habe ich auch zu viel erwartet. Mittlerweile sollte ich gelernt haben, dass man als Frau von einem Mann nichts rein aus gutem Willen erhoffen kann. Die heutige Audienz beim Kardinal hat mir das wieder einmal sehr deutlich vor Augen geführt. Schon sein Anblick ekelt mich an, und doch bin ich auf ihn angewiesen. Er ist der Einzige, der mir überhaupt eine Chance geben kann, wieder zu meinem Liebsten zu finden. Und er nutzt das aus, ich bin für ihn nur eine Figur im Spiel um die Macht. Dabei habe ich mit alldem nichts am Hut, es interessiert mich nicht. Mit Gott und der Kirche habe ich schon vor Jahren abgeschlossen. Wenn es denn ein solch überirdisches Wesen gibt, so muss es mich hassen.

So gut ich es schaffe meine Gefühle nach außen hin zu verbergen, vor mir selbst kann ich das nicht. Der Kardinal macht mir Angst. Es ist der Ausdruck in seinen Augen, wenn er mich ansieht. Und die Art, mit der seine Finger das eingebrannte Zeichen auf meiner Schulter berührten, mein Fluch, der mich Zeit meines Lebens an jene schmachvolle Nacht erinnern wird. Ich wünschte ich könnte lernen zu vergessen. Wenn ich doch nur wüsste, wie man Erinnerungen in eine Flasche füllt, dann bräuchte ich sie nur in einem tiefen Loch vergraben und wäre für immer befreit.

Heute ist einer dieser betrübenden Tage, an denen ich mir nicht mehr sicher bin, warum ich das alles eigentlich mache. Weshalb in aller Welt lasse ich mich so von Richelieu ausnutzen? Er braucht mich nur als Spitzel, und ich frage mich, ob es richtig ist, wie ich handle. Der Herzog von Buckingham ist nicht mein Feind. Richelieu ist es! Ihm habe ich die verdammte Lilie zu verdanken. Dabei weiß er ganz genau, was damals passiert ist, und dass ich keine Schuld trage. Natürlich musste er mich heute wieder daran erinnern. Eine Liebschaft mit einem Priester, sagte er. Liebschaft, dass ich nicht lache! Ich bezweifle, dass er die Bedeutung des Wortes Liebe überhaupt kennt.

Mein Auftrag ist auch weiterhin Informationen zu sammeln. Scheint einfach, ist es jedoch nicht. Ich habe ein Gewissen, auch wenn Richelieu es mir abspricht. Bald, wenn ich mehr herausgefunden habe, werde ich wieder eine Audienz bei ihm erhalten. Aber irgendwann wird es ein letztes Mal geben, und dann muss ich ihn nie wieder sehen. Auf diesen Tag warte ich. Dann wird seine Macht, mit der er mich dazu zwingt, ihm zu Diensten zu sein, endlich enden. Bis dahin passe ich gut auf, dass er nicht auf die Idee kommt, wahr zu machen, was mir seine Augen sagen, wenn er mich ansieht. Ich bin nicht mehr das blutjunge naive Ding von fünfzehn Jahren, das sich nicht wehren kann. Nie wieder werde ich zulassen, dass ein Mann gegen meinen Willen Hand an mich legt. Niemals!

Ja, ich bin eine Frau, und so sehr wie ich diesen Umstand einst verabscheute, so stolz bin ich heute darauf. Und ich kämpfe um die Liebe des einzigen Mannes, der mich je so behandelt hat, wie es eine jede Frau verdienen würde. Mit Respekt. Nur deshalb mache ich das alles. Er ist der Grund. Er, dem mein Herz und mein Leben noch immer gehören. Und für alle Ewigkeit!