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Felix Martin and friends

Eine Musicalparty im Celler Schlosspark

von Charotte Fischer

Es ist eigentlich eher selten, dass man im Großraum Hannover und Umgebung mal auf echte Musicalstars trifft. Ab und an gibt es in der Staatsoper ein kleines Gastspiel im Sommer(dieses Jahr ist es die Berliner Bar jeder Vernunft mit Cabaret), aber die Stars der deutschen Szene sieht man eher selten in der Nähe unsere niedersächsischen Landeshauptstadt.
Umso besser also, dass Felix Martin gleich drei-mit ihm vier- von besagten Stars nach Celle geholt hat. Gemeinsam mit Thomas Borchert, Isabel Dörfler und Kristin Hölck versprach er ein Open Air Konzert voller Musical Highlights.
Noch besser wird das Ganze, wenn man tatsächlich jemanden findet, der auf spontanes Nachfragen mitkommt und sich die ganze Zeit vorher von Vampir-, Kaiser- und Operngeschichten nerven lässt.
Also auf in die S-Bahn nach Celle und zur Abendkasse gerannt.
Obwohl die Region Celle auf ihrer Homepage angekündigt hatte, dass die Show restlos ausverkauft sei, gab es an besagter Abendkasse noch jedes gewünschte Ticket. Egal welcher Preiskategorie. Die Sicht von der zugegebenermaßen recht harten Tribüne war gut und auch die Lautstärke der Musik reichte bis ganz nach hinten.
Das Programmheft, bestehend aus vier zusammen gehefteten Din A3-Seiten, war mit drei Euro eindeutig zu teuer. Und auch die in der Pause angebotenen CDs waren zu hoch bemessen. Kaum einer dachte da nicht sofort an die Möglichkeit bei Amazon zu bestellen oder es gleich zu lassen, was schade wäre.
Denn die Qualität der Musik war ziemlich hoch.
Felix Martin bewies unter anderem sein komödiantisches Talent und seine grandiosen Fähigkeiten als Gastgeber. So brachte er einer Zuschauerin schluchzend seine ganz eigene Version von Sandy dar. Passend, dass die Dame Sandra hieß und Martin den Sond spontan auf "Sandry" umtaufte. Das Taschentuch, mit dem er sich die Äuglein abtupfte, wurde nach diesem Lied galant von der Bühne stibitzt.
Trotzdem. Das Publikum wollte nicht so recht auftauen.
Man fühlte sich mit den Begeisterungsschreien bei "Die Schatten werden länger"(Thomas Borchert als Rudolf, eine sehr nette Version) ziemlich einsam auf dem ganzen Gelände. Nur vereinzelt gab es mal ein Quietschen oder ein Jubeln.
Der Elisabeth-Part war sehr gut gelöst und sowohl Kristin Hölck, als auch Thomas Borchert so wie Felix Martin konnten als Elisabeth, Tod, Rudolf und Lucheni überzeugen.
Es folgte Isabel Dörfler als Evita. Eine stimmlich enorme Leistung. Und auch ansonsten war Dörfler sehr gut aufgelegt. Sie scherzte und kümmerte sich auch nach der Show ordentlich um alle Autogramm und Fotowünsche.
Mit einem Mamma Mia-Medley sollte das Publikum dann endlich für den zweiten Teil der Show motiviert werden.
Erfolgreich.
Denn als Felix Martin nach der Pause als "Sweet transvestite" durch das Publikum lief waren alle aus dem Häuschen. Selbst die älteren Damen im Publikum klatschten ihm begeistert zu. Es war aber auch wirklich ein netter Anblick: Korsage, Panty und Strapse. Dazu ein paar High Heels... Wobei, eigentlich war die Federboa das beste.
Nach dem Phantom der Oper, Cats und Chess kündigte Isabel Dörfler einen "Stereo Vampirismus" an. Und den gab es dann auch auf die Ohren.
Erst ein einsamer Thomas Krolock, der die "Cellulianer"(der Running Gack des Abends) auf seinen Mitternachtsball einlud und dann gemeinsam mit Felix Krolock erst sein Leid beklagte und dann Kristin Hölck bezirzte.
Der Tanz der Vampire-Teil war in meinen Augen definitv eines der Highlights. Grandios so ein doppelter Krolock. Wahres Gänsehautfeeling mit vielen Motten die magisch im Licht des Scheinwerfers glitzerten.
Beim Udo-Jürgens-Medley war es dann auch um den konservativsten Teil des Publikums geschehen. Man erhob sich von seinen Plätzen und gröhlte laut mit. Etwas, dass den Künstlern auf der Bühne offensichtlich gefiel.
Vor allem Felix Martin und Isabel Dörfler nahmen sich im Anschluss an ein schönes Finale mit "Can you feel the love tonight?" viel Zeit für Autogramme, Fotos und etwas Smalltalk. Thomas Borchert und Kristin Hölck waren bereits nach einer guten Viertelstunde wieder aus dem VIP-Zeöt verschwunden.
Insgesamt ein wunderschöner Abend mit vielen musikalischen und menschlichen Höhepunkten. Bitte, bitte, lieber Felix Martin: NOCHMAL!